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Bundespolizei griff 2014 im Saarland 1837 Flüchtlinge auf, 358 waren minderjährig

Ein Beamter der Bundespolizei untersucht einen  Reisepass (Symbolfoto).

Ein Beamter der Bundespolizei untersucht einen Reisepass (Symbolfoto).

Neben der deutsch-österreichischen Grenze ist die deutsch-französische Grenze aus Sicht der Bundespolizei aktuell ein Schwerpunkt, wenn es um illegale Einreisen geht. Die Inspektion Bexbach (insgesamt 265 Beamte), in deren Zuständigkeitsbereich das gesamte Saarland fällt, ist deshalb besonders stark gefordert. Inspektionschef Peter Fuchs nannte jetzt gegenüber der Saarbrücker Zeitung detaillierte Zahlen für das Jahr 2014 und das erste Quartal 2015.

Nach der internen Statistik griffen die Bundespolizisten im letzten Jahr insgesamt 1837 Nicht-Europäer auf, die ohne Erlaubnis nach Deutschland einreisten. Im Vorjahr waren es 778. Von Januar bis Ende März dieses Jahres registrierten die Beamten 256 (2014: 208) Personen. In den meisten Fällen handelt es sich um Flüchtlinge aus Kriegs- oder Krisenregionen. Der Polizeidirektor betont ausdrücklich: „Hinter jedem einzelnen Fall stehen persönliche Schicksale, die auch unsere Mitarbeiter beschäftigen. Wir kriminalisieren diese Menschen nicht, sondern helfen ihnen aus der Illegalität. Uns interessieren hauptsächlich die Schlepper und Schleuser .“ Die Ermittler gehen davon aus, dass kriminelle Schleuser , die in Banden organisiert sind, von den Flüchtlingen zwischen 4000 und 8000 Euro für die Reise von Syrien nach Deutschland kassieren. Wobei einzelne Etappen separat bezahlt werden müssen, für den Weg Paris–Frankfurt beispielsweise 500 Euro pro Kopf.

1602 der insgesamt 1837 Flüchtlinge wurden in Zügen, etwa im TGV oder ICE aus Paris, aufgegriffen. Die Erfahrung der Fahnder ist auch, dass die Schlepper die Leute in grenzüberschreitende Regionalzüge setzen, weil in den Fernverkehrszügen intensiv kontrolliert wird. 83 Personen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis fielen übrigens in grenzüberschreitenden Fernbussen auf.

Unter den 1837 aufgegriffenen Flüchtlingen waren nach Angaben der Bundespolizei 358 Minderjährige, die ohne die Begleitung Erwachsener waren. 155 von ihnen stammten aus Eritrea , 138 aus Afghanistan. Der Jüngste war gerade einmal 13 Jahre jung. Die Jugendlichen wurden von der Bundespolizei unmittelbar in die Obhut des Jugendamtes gegeben.

Die stärkste Gruppe unter den Flüchtlingen kam 2014 mit 990 Personen aus dem afrikanischen Staat Eritrea . 267 der Flüchtlinge stammen aus Syrien, 208 aus Afghanistan, 78 aus Äthiopien, 35 aus Marokko, je 21 aus Algerien und Pakistan.

Fuchs berichtet, dass seine Beamten mitunter besondere Schutzmaßnahmen ergreifen müssen. Da die Menschen auf der Flucht unter unhygienischen Umständen leben müssten, wurden Fälle von Krätze und von Wanzen festgestellt. Für Aufregung sorgte auch ein an Malaria erkrankter Flüchtling.
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