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Bundespolizei hält Saarbrücker Hauptbahnhof für sehr sicher

Bahnhöfe sind im Gefühl der meisten Menschen unbehagliche Orte, an denen sie mehr Kriminalität vermuten als in beschaulichen Innenstadtlagen. Wer das Saarbrücken der letzten 1900er-Jahrzehnte vor Augen hat, mag noch an illegale Prostitution, Drogenmissbrauch, Verwahrlosung und Körperverletzungs- und Raubdelikte in den unterirdischen Toilettenanlagen des Hauptbahnhofs denken. Spätestens mit der Umgestaltung zum Eurobahnhof und dem Neubau des gleichnamigen Quartiers am Nordportal wurde der Verkehrsknoten aber nicht nur städtebaulich aufgewertet. Es ging auch mit der Sicherheit und mutmaßlich auch mit dem Sicherheitsgefühl der Menschen deutlich aufwärts. „Angsträume“ gebe es hier nicht, so Oberkommissar und Gruppenleiter Jürgen Jung.

Im ersten Halbjahr 2015 registrierte die Bundespolizei , die für die Sicherheit auf den saarländischen Bahnhöfen zuständig ist (und dafür insgesamt 60 Mitarbeiter hat), im Saarbrücker Hauptbahnhof exakt 583 Straftaten. Auf den ersten Blick ist das gegenüber dem Vorjahreszeitraum (458 Taten) eine deutliche Steigerung. Wie die Pressesprecher Dieter Schwan und Jürgen Glaub allerdings berichteten, verberge sich hinter dem Anstieg vor allem der stetig wachsende Zustrom an Migranten. Kamen in den ersten beiden Quartalen 2014 noch 127 Asylbewerber in „ Saarbrücken Hbf.“ an, so waren es jetzt 270. Da jede dieser – ausdrücklich willkommenen – Einreisen rein rechtlich dennoch zunächst mal „illegal“ ist, geht sie als „Straftat“ in die Akten ein und treibt quasi die Kriminalstatistik hoch. Rechnet man die Taten rund ums Einreiserecht heraus, ergeben sich für den Hauptbahnhof Saarbrücken in den letzten fünf bis zehn Jahren stetige oder gar rückläufige Kriminalitätszahlen. Als „typisch“ gelten etwa Diebstähle in den Geschäften (Steigerung von 90 auf 102), wobei die Beute im Schnitt nur ein, zwei Euro wert ist. „Die Leute klauen einen billigen Lippenstift oder eine Dose Bier“, weiß Schwan. Die Zahl der Hausfriedensbrüche sank von 82 auf 72, die der Gewaltdelikte von 56 auf 49, zehn davon waren Widerstände gegen Polizisten. Es kam zu 15 Sachbeschädigungen mit 23 000 Euro Schaden (Vorjahr: 21 Taten mit 12 500 Euro Schaden) sowie 19 Farbschmierereien mit 18 500 Euro Schaden (18 mit 10 000 Euro Schaden). In Relation zum riesigen Publikumsverkehr – 30 000 Menschen sind Tag für Tag hier – gilt dies als eher unbedeutend. Schwan zieht das Fazit, „dass wir hier einen sehr, sehr sicheren Bahnhof haben, fast schon paradiesisch sicher im Vergleich zu anderen großen Hauptbahnhöfen“. Die Polizei sei fast rund um die Uhr auf Streife oder innerhalb weniger Augenblicke zur Stelle.

Jürgen Jung sagt, Videoüberwachung, Helligkeit und Belebtheit des Bahnhofes ließen für viele Delikte keine Chance – das Entdeckungsrisiko sei zu hoch. „Bundesweit vorbildlich“ nennt Glaub die Zusammenarbeit mit der Landespolizei. Zuständigkeitsdiskussionen gebe es nicht. Überdies arbeite man sehr gut mit den stets präsenten Sicherheitskräften der Bahn Hand in Hand.
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