A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Neunkirchen-Kohlhof und AS Neunkirchen-Wellesweiler Gefahr durch defektes Fahrzeug, Gefahr durch Personen auf der Fahrbahn (18:12)

A8

Priorität: Sehr dringend

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Bundespreis für Ensdorfer Goldschmied

 Ensdorf/München. Goldschmiedemeister Markus Eckardt tüftelt gerne an neuen Design-Möglichkeiten für seinen Schmuck. Am liebsten Tag und Nacht. Das hat dem 45-jährigen Ensdorfer gestern auf der Internationale Handwerksmesse in München den Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen im Handwerk eingebracht. Der Preis ist mit insgesamt 5000 Euro dotiert. „Wir sind total platt. Wir freuen uns riesig. Es ist eine schöne Anerkennung für unsere Arbeit“, sagte Ehefrau, Geschäftspartnerin und Graveurin Sybille Gleim-Eckardt nach der Preisverleihung.

In Eckardts blau angestrichenem Haus am Marktplatz, das zwischen den vielen grauen Fassaden auffällt in Ensdorf, befindet sich die einzige Mokume-Manufaktur des Saarlandes. Dort fertigt Markus Eckardt Ringe, Anhänger, Schalen, Becher und Messer nach einer alten japanischen Kunst, „mit der sonst nur wenige Goldschmiede arbeiten“, wie er sagt. Mokume Gane heißt die Technik, die seine Schmuckstücke zu Unikaten macht. Dabei werden hauchdünne Bleche verschiedener Bunt- und Edelmetalle aufeinander geschichtet, verschweißt und so bearbeitet, dass ein Muster entsteht. Solch ein Muster sieht aus wie Baumrinde. Bei Restaurations-Arbeiten ist Eckardt auf die 300 Jahre alte japanische Schmiedekunst gestoßen. Und hat dafür in den vergangenen vier Jahren eine Silberlegierung entwickelt, die er „Mujodogane“ nennt. Was „der beste Weg des Metalls“ bedeuten soll. Mit „Mujodogane“ könne man bessere Schwarz-weiß-Kontraste im Muster erreichen, schwärmt Eckardt. Momentan testet er eine neue Weißgold-Legierung. Damit will er nächstes Jahr auf den Markt.

Eckardt schätzt, dass er an einem Schmuckstück bis zu 80 Stunden arbeitet. Ein Paar handgeschmiedete Ohrringe aus seiner Kollektion kosten denn günstigstenfalls 60 Euro, das teuerste Stück, ein Collier, etwa 80 000 Euro. Nach eigenen Angaben ist Eckardt für dieses Jahr „komplett ausgelegt – so gut wie schon lange nicht mehr“. Von Wirtschaftskrise also keine Spur? „Nein, zum Glück nicht“, antwortet Sybille Gleim-Eckardt. Und der Mokume-Gane-Meister schiebt noch hinterher: „Vier Kundenanfragen kriege ich täglich per Internet.“ Sie kämen zum Beispiel aus Rostock, Wiesbaden, Belgien, Luxemburg und Wien. Darunter seien zuweilen auch Bewerbungen von jungen Leuten aus dem Ausland, die bei ihm in Ensdorf in die Lehre gehen wollen.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein