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Burbacher Brand: Ermittlungen gegen Eltern eingestellt

Saarbrücken. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit dem tragischen Brand in einem Mehrfamilienhaus in Saarbrücken-Burbach am 24.08.2012 abgeschlossen. Bei dem Brand waren vier Kinder ums Leben gekommen. Ein weiteres Kind sowie die beiden erwachsenen Bewohner der betroffenen Wohnung – die Eltern der getöteten Kinder – konnten gerettet werden.

Den Ermittlungen zufolge brach das Feuer in einem als Schlafzimmer genutzten Raum der Wohnung aus. Ein Sachverständigengutachten kommt zu dem Ergebnis, dass als Brandquelle eine Kerze oder aber auch eine brennende Zigarette in Betracht kommen. Eine genaue Klärung dieser Frage ist aufgrund der durch das Feuer verursachten Verwüstung nicht mehr möglich. Daher kann auch nicht abschließend festgestellt werden, ob der Brand ursächlich direkt mit der Stromabschaltung in Zusammenhang steht, zu der es infolge von Zahlungsrückständen der Familie gekommen war. In jedem Fall ist von einer fahrlässigen Brandverursachung auszugehen, ein technischer Defekt kann den gutachterlichen Feststellungen zufolge ausgeschlossen werden.

Eine strafrechtliche Verantwortung für den Tod der Kinder kann den Eltern nicht nachgewiesen werden. Die Mutter hat sich im Ermittlungsverfahren nicht geäußert, der Vater hat angegeben, sowohl Kerzen als auch Zigaretten vor dem Schlafengehen gelöscht zu haben. Keiner der beiden Personen kann ein direkt brandursächliches fahrlässiges Verhalten mit Sicherheit nachgewiesen werden. Ebenso wenig kann ausgeschlossen werden, dass eines der Kinder während der Nacht unsachgemäß mit Feuer hantiert hat. Das gegen die Eltern wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung geführte Ermittlungsverfahren wurde daher mangels Tatnachweises eingestellt.

Ermittelt worden war auch hinsichtlich eines möglichen Fehlverhaltens der an dem Löscheinsatz beteiligten Feuerwehrleute, nachdem ein Rechtsanwalt für die Eltern Anschuldigungen erhoben hatte. Diesbezüglich wurde das Verfahren wegen erwiesener Unschuld eingestellt. Die Ermittlungen haben kein Fehlverhalten der beteiligten Mitarbeiter der Saarbrücker Berufsfeuerwehr ergeben, der Einsatz lief vielmehr sehr zügig und professionell ab. Bereits vier Minuten nach der Alarmierung waren die ersten Rettungskräfte am Brandort eingetroffen. Auch wurde die Drehleiter nach der Bergung der Mutter und des überlebenden Kindes entgegen der vorgebrachten Anschuldigungen nochmals ausgefahren und ein erneuter Versuch unternommen, weitere Menschenleben zu retten.

Die Feuerwehrleute gingen bei dem Einsatz sogar über ihre Dienstpflichten hinaus und nahmen erhebliche Eigengefährdungen in Kauf, um die weiteren Kinder aus der brennenden Wohnung zu holen. Ein Feuerwehrmann drang beispielsweise durch das verqualmte Treppenhaus in die in Flammen stehende Wohnung ein, um nach Überlebenden zu suchen, und zog sich dabei selbst Brandverletzungen zu. Nach dem Gesamtergebnis der Ermittlungen ist davon auszugehen, dass die getöteten Kinder bereits beim Eintreffen der Feuerwehr am Brandort nicht mehr am Leben waren.

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