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CSD: 20 000 Menschen nahmen gestern an der Parade teil

Eine Aufnahme vom Christopher Street Day 2010 in Saarbrücken.

Eine Aufnahme vom Christopher Street Day 2010 in Saarbrücken.

Saarbrücken. Schrille hautenge Kostüme, ohrenbetäubende Tanz-Beats und etliche bunt dekorierte Umzugswagen – das und noch einiges Mehr gehört zum Christopher Street Day (CSD) Saar Lor Lux. Und das für sommerliche Verhältnisse eher kühl-nasse Wetter hielt Schwule, Lesben, Transsexuelle und deren Freunde aus der Großregion nicht davon ab, gestern bei guter Stimmung die CSD-Parade mitzufeiern. Der Umzug durch die Saarbrücker Innenstadt vereinte dieses Jahr wieder das Partymachen auf offener Straße mit der Forderung nach mehr Rechten für Lesben und Schwule. Mehr als 20 Umzugs-Wagen von Landtagsfraktionen (zum Beispiel Grüne, SPD und Linke), Firmen, Vereinen und Gastronomie aus der schwul-lesbischen Szene nahmen an dem Umzug teil. Von der Saarbrücker Congresshalle startete der Zug und endete in der Fassstraße.

Unter den Paradeteilnehmern war auch ein Lastwagen der Ford Werke Saarlouis. „Ford Globe – Gay lesbians or bisexual employees“, stand auf dessen Plane geschrieben. „Wir wollen heute zeigen, dass die schwulen, lesbischen und bisexuellen Mitarbeiter bei Ford absolut integriert sind“, erklärte Herbert Füßle, der Sprecher der Gruppe. Vor sechs Jahren habe er das Netzwerk, dem Mitarbeiter, Freunde und Bekannte angehören, ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, wie er sagte, in der Öffentlichkeit die Vielfalt der Lebensformen zu demonstrieren.  Zum fünften Mal beteiligte sich die Ford-Gruppe dieses Jahr an der Straßen-Parade, sagte Herbert Füßle.



Mit beim Umzug dabei waren auch die nach eigenen Angaben saarlandweit einzige schwul-lesbische Jugendgruppe „Familie Megalon“. Vier aus der 15-köpfigen Gruppe trugen zerrissene Kleidung und hatten sich Rote-Bete-Saft ins Gesicht geschmiert. Eine davon ist die 21-jährige Christin Jekel aus Heidelberg. „Wir gehen heute als erhängte und gesteinigte Homos und wollen daran erinnern, dass Homosexualität heute in vielen Ländern der Erde mit dem Tode bestraft wird“, erklärte Jekel die zombieähnliche Verkleidung.

Auf einem Transparent hatte die Fußgruppe das diesjährige CSD-Motto leicht abgewandelt. „Weil uns alle Liebe vereinen sollte“. Die eigentliche traurige Nachricht stand darunter: Zurzeit ahnden sieben Länder, wie Afghanistan, Iran und Jemen, gleichgeschlechtliche Liebe mit dem Tode und in 60 Staaten machen sich Homosexuelle wegen ihrer Liebe zu Männern oder Frauen strafbar.

Nach Polizeiangaben waren bei der CSD-Parade zwischen 20 000 und 25 000 Teilnehmer und Zuschauer dabei. Bis zum späten Nachmittag meldete die Polizei keine Straftaten und einen Einsatz wegen einer alkoholisierten Person.
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