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CSD in Saarbrücken: Vertreter aller Parteien waren für Öffnung der Ehe

Laut, bunt und lebendig paradierten gestern 1000 Menschen durch die Saarbrücker Innenstadt. Foto: Becker&Bredel

Laut, bunt und lebendig paradierten gestern 1000 Menschen durch die Saarbrücker Innenstadt. Foto: Becker&Bredel

Bei einer Freiluftdiskussion zum Christopher Street Day Saar-Lor-Lux in Saarbrücken haben sich Sprecher aller Parteien zur Einführung der Ehe für Schwule und Lesben bekannt. Familien-Staatssekretär Stephan Kolling ( CDU ) wurde dennoch ausgepfiffen, als er die in dieser Frage abweichende Position von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer erläutern wollte. Die Regierungschefin wurde auf der Versammlung aufgefordert, sich wegen ihrer umstrittenen Äußerungen zur Homo-Ehe zu entschuldigen. Sie will am 8. September in der Saarbrücker Congresshalle mit dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) über das Thema debattieren.

Nach Schätzung des Veranstalters waren am Samstag nur gut 150 Interessenten zu der Diskussion über die „Ehe für alle“ gekommen. Auf der quer über die Mainzer Straße aufgebauten Freiluftbühne mit rotem Teppich und weißen Stehtischen konfrontierte LSVD-Landeschef Hasso Müller-Kittnau die Diskussionsteilnehmer von sechs Parteien mit seinen Fragen. Nur die AfD war nicht eingeladen.

Dass selbst CDU-Staatssekretär Kolling bei der Frage nach der Homo-Ehe bekannte: „Auch ich bin für die Öffnung der Ehe“, überraschte manchen. Als er jedoch einschränkte: „Gleichstellung allein ist nicht der Heilsbringer“, und er fortfuhr: „In Brasilien wird alle 26 Stunden ein Homosexueller ermordet“, setzten Trillerpfeif-Konzerte gegen ihn ein.

Auch für die Erläuterung der Worte von Kramp-Karrenbauer, die die Homo-Ehe mit Hinweis auf dann auch bald verlangte Ehen zu Dritt oder unter Geschwistern abgelehnt hatte, wurde der CDU-Staatssekretär ausgepfiffen.

FDP-Landeschef Oliver Luksic meinte: „Beim Thema Ehe für alle geht mit der CDU nichts. Da brauchen wir andere Mehrheiten wie in Luxemburg, wo eine Koalition mit Liberalen die Öffnung der Ehe für Gleichgeschlechtliche beschlossen hat.“



Die Staatssekretärin aus dem Bundesfamilienministerium Elke Ferner ( SPD ) sagte, man müsse der CDU noch Zeit geben bis zu ihrem Bundesparteitag im Dezember. Sie hoffe, dass es danach eine Mehrheit für die Öffnung der Ehe gebe. Ansonsten müsse eine Initiative aus der Mitte des Parlaments kommen, um auf jeden Fall bis 2017 darüber im Bundestag beschließen zu können.

Grünen-Bundestagsabgeordneter Markus Tressel stimmte zu: „Wir können das nicht noch zwei, drei Jahre diskutieren. Wir dürfen in Europa nicht die Letzten sein, die dieses gute Recht verwehren.“ „Die Ehe für Schwule und Lesben ist eigentlich ein Grundrecht. Das wird kommen und ich freue mich drauf“, sagte Jasmin Maurer von den Piraten. Landtags-Vizepräsidentin Barbara Spaniol (Linke) warf Kramp-Karrenbauer „Entgleisungen“ in der Frage Homo-Ehe vor: „Die Ministerpräsidentin hätte sich entschuldigen können, hat sie aber nicht getan, sondern sie schürt weiter diffuse Ängste.“

„Die Ministerpräsidentin hat den Begriff warme Brüder wohl falsch verstanden. Das sind keine Geschwister, die da heiraten wollen,“ sagte Müller-Kittnau. Er verwies darauf, dass schon jetzt jeder Schwule und jede Lesbe Kinder adoptieren könnten. Eva Henkel vom LSVD-Bundesvorstand gab sich optimistisch, dass die Homo-Ehe in dieser Wahlperiode kommt.



Unter dem Motto „Ehe für alle“ sind gestern mehrere 10 000 Besucher in die Saarbrücker Innenstadt zur Parade anlässlich des Christopher Street Days (CSD) Saar-Lor-Lux gekommen. 30 Wagen und Fußgruppen versammelten sich zu einem bunten Zug vor der Congresshalle, um von dort durch die Bahnhofstraße zum St. Johanner Markt zu ziehen. Rund 1000 Menschen nahmen in diesem Jahr am Umzug teil. Besonders freute sich der Lesben- und Schwulenverband Saar (LSVD) als Veranstalter über den Besuch der Gruppe Couleurs Gaies aus Lothringen. Ebenso glücklich war der Verband über die Teilnahme des Queer Referats der Universität des Saarlandes sowie der Landesschülervertretung, die in diesem Jahr das erste Mal teilnahm. Gleichzeitig machte der LSVD auf die Aktion „Deutsch-Mathe-Homosexualität“ aufmerksam. Junge Homosexuelle besuchen hierbei Schulen und bieten Workshops gegen Homophobie an. Die Parade fand in diesem Jahr zum 18. Mal statt.
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