A6 Kaiserslautern - Metz/Saarbrücken Zwischen AS Homburg und Parkplatz Homburger Bruch in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn (17:24)

A6

Priorität: Sehr dringend

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Carling: Das Herz der Anlage fiel aus

 Saarbrücken. Im Anschluss an den schweren Unfall auf der Chemie-Plattform von Carling, dem am vergangenen Mittwoch, 15. Juli, zwei Menschen zum Opfer fielen, werden in Lothringen zwei vorrangige Fragen aufgeworfen. Sie lauten: Wie konnte es überhaupt zu dem Unfall kommen? Und wie geht es weiter mit diesem Chemiestandort, der vor einigen Jahren noch über 2000 Arbeitsplätze verfügte und nun auf unter 1000 geschrumpft ist?

Zur Unfallursache äußerte sich Claude Lebeau, Direktor des Chemiewerk-Betreibers Total Petrochemicals France (TPF), gegenüber der Metzer Zeitung „Républicain Lorrain“. Demnach ist das Herz der Anlage, ein Steamcracker oder Dampfspalter, in dem Rohöl unter Zufuhr von Dampf bei rund 800 Grad in seine Bestandteile zerlegt wird, in der Nacht zum Dienstag, 14. Juli, bei einem Gewitter ausgefallen, nachdem Wasser in eine Elektro-Station eingedrungen war. Mehrere Versuche, den Steamcracker am Dienstag wieder zu starten, scheiterten. Also versuchte man es am Mittwoch wieder, wobei aber einer der beiden Erhitzer, die den Dampf auf Druck und hohe Temperaturen bringen, nicht in Gang kam. Aber es soll am Morgen, so Direktor Lebeau, mehrfache Störungen gegeben haben, weshalb das Anfahren dieses Erhitzers ausgesetzt wurde. Als man es gegen 15 Uhr wieder versuchte, kam es zur tödlichen Explosion.
 
Dabei ist es der Unternehmensführung bisher unklar, wieso sich in dem Erhitzer explosive Gase gesammelt haben. Unklar ist den Lothringern auch, wie es mit der Chemieplattform weitergeht, nachdem der letzte verbliebene Steamcracker jetzt für längere Zeit ausgefallen ist. Ein zweiter Dampfspalter, der höheren Sicherheitsstandards genügte, aber ein geringeres Produktionsvolumen besaß, befindet sich bereits in der Phase der Demontage. Aber der Betrieb des Steamcrackers ist für die gesamte Chemieplattform unabdingbar, weil er die Rohstoffe Propylen und Ethylen für die weitere Kunststoffproduktion liefert. Solange der Steamcracker repariert wird, müssten diese Rohstoffe von anderswo für teures Geld besorgt werden, so die Tageszeitung „Républicain Lorrain“. Gerhard Franz  
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein