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Carling: Zwei Tote bei Explosion

Carling. Auf der Chemieplattform von Carling hat sich gestern Nachmittag gegen 15 Uhr ein schwerer Unfall ereignet. Nach Darstellung der Betreiberfirma Total Petrochemicals France (TPF) sowie der Metzer Unterpräfektur sind gegen 15 Uhr bei einer Explosion eines Aufheizungs-Aggregats an einem Steamcracker zwei Menschen getötet und sechs weitere zum Teil schwer verletzt worden. Bei ihnen soll es sich um sieben PFT-Beschäftigte sowie einen Fremdarbeiter handeln.

Bereits am Morgen waren die saarländischen Behörden von ihren lothringischen Kollegen über Probleme beim Anfahren eines Steamcrackers, in dem das Rohöl mit Hilfe von Dampf in seine Einzelbestandteile wie Äthylen und Propylen aufgespalten wird, unterrichtet worden. Weil sich ein Störfall ereignet habe, werde man die Reststoffe abfackeln, hieß es. Eine solche Meldung bekommen die Saar-Behörden regelmäßig, wenn in Carling Chemikalien über den Kaminen abgefackelt werden, weil dies in der Regel mit Rauch- und Geruchsbildung verbunden ist, was in der Umgebung Sorgen auslöst.

Beim weiteren Versuch der Inbetriebnahme des Steamcrackers sei es dann am Nachmittag zur Explosion gekommen, die einen wassergefüllten Erhitzer („surchauffeur“) zerriss und schwere Schäden an den Gebäuden verursacht haben soll. „Nach dieser Explosion ist mit keinerlei Folgen außerhalb unserer Anlagen zu rechnen“, betonte PTF-Sprecher Victor Lebau bei einer am frühen Abend improvisierten Pressekonferenz. Ähnlich drückte sich die Unterpräfektin Sylvie Houspic an Ort und Stelle aus: „Es gibt keine toxische Gefahr durch Chemikalien für die Bevölkerung.“

Die beiden Toten wurden bis zum Abend noch nicht abtransportiert, weil der Untersuchungsrichter zunächst seine Ermittlungen abschließen wollte. Für die betroffenen Familien wurde eine mit Psychologen beswertzte Hilfsgreupope gegründet; die Menschen sollten mit ihrem jähen Schmerz nicht allein gelassen werden. Einer der schwersten Störfälle auf der Chemieplattform überhaupt ereignete sich im Juni 2005, als nach einem Stromausfall die Aggregate zur Produktion von Styrol nicht mehr gekühlt werden konnten, was zu einer Explosion führte, bei der rund sechs Tonnen Chemikalien freigesetzt wurden. Damals habe man Glück gehabt, räumte die TPF-Spitze ein, dass das Styrol-Luft-Gemisch nicht mit einer der Flammen über den Kaminen in Berührung kam. Denn das hätte eine weitere Explosion verursacht.  
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