L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Carsharing: Viele Saarländer steigen um

Saarbrücken. „Ohne Auto? Geht das“? Ja, das geht, besonders in Städten. Das Saarbrücker Ehepaar Elena und Harald Kreutzer versucht gerade, seine Nachbarn Am Homburg dafür zu begeistern, sich ein Auto zu teilen. Carsharing nennt sich das dann. Entweder man teilt sich die Kosten für ein Auto mit Freunden und Nachbarn, oder man greift auf ein Miet-Angebot von sogenannten Carsharing- Unternehmen zurück. Die gibt es auch in Saarbrücken. In einer Stadt, die im deutschlandweiten Vergleich eine hohe Autodichte besitzt. In Berlin beispielsweise ist die Autodichte am geringsten: Auf 1000 Berliner entfallen 289 private Pkws.

Anders sieht es in Saarbrücken aus: Im Januar 2012 waren in der Landeshauptstadt 508 Autos auf 1000 Privatpersonen zugelassen. Insgesamt 78 524 Autos. 1000 mehr als im Vorjahr. Das Carsharing-Unternehmen Cambio ist seit 2000 in Saarbrücken. „Wir haben 18 Autos, verteilt auf sechs Stationen in zentraler Lage“, sag Bereichsleiter Jörg Stenzhorn (46) auf dem Parkplatz hinter dem Haus der Zukunft. „Jeder Kunde bekommt eine Chipkarte.“ Stenzhorn hält die Karte an ein Lesegerät hinter der Windschutzscheibe. Die Zentralverriegelung springt auf. Im Handschuhfach liegt ein Bordcomputer. Daran baumelt der Zündschlüssel. „Jetzt noch die Pin eingeben, und los geht’s.“ Die Kosten ergeben sich aus Zeit- und Kilometerpreis und dem gewählten Tarif.

Gebucht wird telefonisch, über eine App oder im Internet. Sprecherin Bettina Dannheim ist zufrieden mit der Entwicklung: Die Kundenzahl stieg „seit Januar 2011 von 613 auf 760 Kunden im Juli 2012“ an. Trotzdem gehöre Saarbrücken mit 178 000 Einwohnern und 18 Autos „zu den kleineren Cambio-Städten“. Seit 2010 bietet die Bahntochter DB Rent mit „Flinkster“ drei Autos zum Carsharing an. Und auch Privatleute vermieten auf Portalen wie „rent-n-roll.de“ oder „tamyca.de“ ihr Fahrzeug.

Elena und Harald Kreutzer hätten Carsharing-Angebote gern direkt in der Nachbarschaft. „Wäre doch toll, wenn hier oben eine Station stünde. Wir leihen uns in unregelmäßigen Abständen ein Cambio-Auto für Kurzausflüge, oder um etwas zu transportieren“, sagt die 31-jährige Doktorandin. Ein eigenes Auto hat das Paar nicht. Viele könnten sich den Alltag ohne Pkw nicht vorstellen. „Bei uns klappt das gut. Wir haben nicht das Gefühl, auf etwas zu verzichten“, sagt ihr Mann (34). Elena fügt hinzu: „Als ich schwanger war, kam von Freunden und Familie immer: ,Jetzt braucht ihr aber ein Auto. Mit Kleinkind geht’s nicht ohne.’“ Mittlerweile ist Lionel acht Monate alt, und die Stadtwohnung ist ausgetauscht gegen eine ruhigere Bleibe am Homburg. Ein eigenes Auto parkt immer noch nicht vor der Tür, und das, obwohl die Geisteswissenschaftlerin gerade in der Doppel-Promotion an der Saar- Uni und der Luxemburger Universität steckt und deshalb häufig ins Nachbarland fährt.

„Nach Luxemburg fahre ich vom Hauptbahnhof mit dem Bus. Das dauert etwa eine Stunde und 15 Minuten.“ Harald Kreutzer fährt jeden Tag mit dem Rad ins Büro. „Früher“, beschreibt der 34-Jährige, „ernteten wir häufig Stirnrunzeln, wenn wir erzählten, dass wir kein Auto besitzen. Heute interessieren sich die Leute. Sie fragen nach, wollen wissen, wie der Alltag funktioniert. Ich denke, dass sich das Bewusstsein langsam verändert: Auto ist kein Muss mehr.“

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