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Cattenom-Betreiber: "Keine Gefahr"

Saarbrücken. Zu gleich zwei Pannen ist es in dieser Woche im umstrittenen französischen Atomkraftwerk (Akw) Cattenom gekommen. In der Nacht auf Freitag hat sich gegen 2.45 Uhr Block Zwei automatisch abgeschaltet. Ursache war ein technischer Defekt in einem Wechselstromgenerator, hieß es in einer Mitteilung des Betreibers EDF vom Freitag. Die Panne habe keine Folgen für die Sicherheit der Anlage oder des Betriebspersonals. Auch die Stromlieferung sei nicht behindert worden. Der Wechselstromgenerator des 1300-Megawatt-Reaktors liege im nichtnuklearen Bereich des Akw. Fällt er aus, kann die durch die nukleare Reaktion erzeugte Hitze nicht mehr in Energie umgewandelt werden.

Nach Einschätzung der Kraftwerksleitung wird der Reaktor mindestens für mehrere Tage ausfallen. Wie schwerwiegend der Zwischenfall ist, steht laut Umweltministerium noch nicht fest. Der geschäftsführende Umweltminister, Andreas Storm (CDU), berichtete am Freitag von einer weiteren Panne. So habe die EDF dem Ministerium am Donnerstag „einen Rauchaustritt an der Pumpstation der Reaktorblöcke 3 und 4“ gemeldet, der unter Kontrolle gebracht worden sei. „Die Zahl der Ereignisse lässt erhebliche Bedenken hinsichtlich der Qualität des Materials und der Wartung aufkommen“, sagte Storm, der vom Betreiber eine umfassende Sicherheitsprüfung aller vier Blöcke forderte. Es sei der vierte Zwischenfall in Cattenom in diesem Jahr, hieß es.

„Wenn ein ganzer Block abgeschaltet wird, muss das eine sicherheitsrelevante Bedeutung haben“, meinte die frühere Umweltministerin Simone Peter (Grüne). Seit Inbetriebnahme des Akw 1986 habe es mehr als 750 Stör- und Zwischenfälle gegeben. Erst vergangenen Montag war bekannt geworden, dass ein Störfall vom 18. Januar in dem Kernkraftwerk wohl deutlich gravierender einzuschätzen war, als dies vom Betreiber zunächst bekannt gegeben wurde. Bei einer Routine-Kontrolle hatten Ingenieure festgestellt, dass in zwei von vier Blöcken Ventile an Röhren fehlten, über die Wasser in die Lagerungsbehälter abgebrannter Brennstäbe ein- und abfließt. Daraufhin hatte die französische Atomaufsicht ASN den Störfall von Stufe 1 auf die gefährlichere Stufe 2 hochgestuft.

Nach der Sitzung des Umweltausschusses am Freitag haben alle fünf Landtagsfraktionen eine Abschaltung des Akw gefordert. Die FDP-Fraktion regte an, im Plenum kommende Woche eine fraktionsübergreifende Resolution zu verabschieden, um der Forderung Nachdruck zu verleihen. Die umweltpolitische Sprecherin der SPDFraktion, Anke Rehlinger, forderte die Landesregierung zu einer Protestnote an die französische Regierung und den Betreiber auf. Die Linksfraktion drängte die Regierung, bei den Betreibern und der Aufsichtsbehörde auf Aufklärung der jüngsten Ereignisse zu beharren. Die Parteien monierten zudem ein mangelndes Sicherheitsbewusstsein in Frankreich.
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