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Cattenom: Immer wieder Störfälle

In Cattenom häufen sich die Störfälle. Seit Anfang 2009 war der dritte Block mehr als sechs Monate vom Netz. Die Serie der Pannen, die im Frühjahr alle zwei Wochen auftraten, löst im Umweltministerium Sorge aus.
 
Saarbrücken.
Der Plan des Betriebsleiters im lothringischen Kernkraftwerk Cattenom, die Stromproduktion in diesem Jahr wieder auf ein akzeptables Niveau zu heben, wird wohl nicht aufgehen. Denn in der Nuklearzentrale, deren erster Block vor 24 Jahren ans Netz ging, fallen inzwischen, wie schon gemeldet, die Reaktoren reihenweise aus.

So hatte das Kraftwerk mit seinen vier Blöcken nach Darstellung seines Betriebschefs Stéphane Dupré-la-Tour im Jahr 2009 immerhin 34 Milliarden Kilowattstunden Strom geliefert, rund acht Prozent der gesamten französischen Stromproduktion. Es lag damit aber gut vier Milliarden unterhalb jener Marke, die in den Vorjahren schon mehrfach erreicht worden war. Dupré-la-Tour führte den Produktionsrückgang darauf zurück, dass der Block III im Vorjahr gleich zwei Mal für längere Zeit vom Netz genommen worden war. Zunächst vom 7. März bis zum 2, Mai, um die Sicherheit der Dampferzeuger zu überprüfen; dann wieder vom 4. Juli bis 30. Dezember, um den nuklearen Brennstoff auszutauschen und Unterhaltungsarbeiten durchzuführen.

Und in diesem Jahr setzt der dritte Reaktor seine Ausfallserie in ungemindertem Tempo fort. Am 6. Mai musste er heruntergefahren werden, weil aus dem Kühlsystem eines Generators Wasserstoff ausgetreten war. Die Behebung dieses Schadens dauerte mehr als zwei Monate, bis zum 14. Juli um 10.30 Uhr, als der Reaktor nach Darstellung des Betreibers Electricité de France (EdF) neu gestartet wurde. Doch dann war der Block auch nur sechs Tage am Netz, bis er am 20. Juni unter lautem Pfeifen der Dampfventile, die kilometerweit zu hören waren, morgens um zehn Uhr wieder vom Netz ging. Diesmal war es ein Fehler an der elektrischen Versorgung des Reaktors, der zu einer Schließung eines Dampfventils am Sekundärkreislauf führte und damit eine automatische Abschaltung des gesamten Blocks auslöste.

Vier ähnliche Pannen, die jedoch allesamt keine Auswirkungen auf die Umwelt hatten, wurden seit März auch in den anderen Reaktoren des Kernkraftwerks registriert. Zudem war im April ein Elektriker bei der Verlegung von Kabeln radioaktiv kontaminiert worden.
Diese Serie von Pannen, die regelmäßig auch zu Produktionsausfällen führen, wird im saarländischen Umweltministerium kritisch beobachtet. So sagte Staatssekretär Klaus Borger (Grüne) unserer Zeitung: „Wir verfolgen diese Entwicklung mit Sorge, wenn sich die Zwischenfälle auch im ungefährlichen, nicht nuklearen Bereich ereignet haben.“ Auch bei der Information zu den Störfällen über die Grenze hinweg könnte man sich eine Verbesserung vorstellen. Zugleich zeige sich am Beispiel von Cattenom aber auch, dass man keine Verlängerung der AKW-Laufzeiten ohne zeitliche Befristung erteilen dürfe. „Das wäre unverantwortlich“, so Borger.

 

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