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Cattenom: Saar-Gemeinden wollen Widerstand

Saarbrücken. In der Grenzregion Saar-Lor-Lux braut sich massive Kritik am Atomkraftwerk Cattenom zusammen. Der Saar-Städtetag hat gestern in einem Schreiben an die Kommunen angeregt, den Bürgern Gelegenheit zu geben, „ihren Protest gegen das AKW Cattenom zum Ausdruck zu bringen“. Dies sei durch das Auslegen von Unterschriftenlisten in den Rathäusern möglich. Die Forderungen könnten von einer umfassenden Sicherheitsprüfung bis zur sofortigen Abschaltung des französischen Atommeilers an der Grenze reichen. Adressat wäre entweder die französische Regierung oder der AKW-Betreiber EdF.



Initiative von Merzig, Mettlach, Perl und Rehlingen-Siersburg

Städtetags-Geschäftsführer Klaus-Ludwig Haus verweist in dem Papier auf die Initiative von Merzig, Mettlach, Perl und Rehlingen-Siersburg, die in dem besonders gefährdeten 25-Kilometer-Radius des Kernkraftwerks liegen. Diese Kommunen forderten bereits vergangene Woche in einer Resolution die umgehende Stilllegung von Cattenom (wir berichteten). In den Rathäusern liegt jetzt ein Bürgeraufruf „Cattenom abschalten jetzt!“ zur Unterschrift aus.

Auch im Kreis Neunkirchen haben die Bürgermeister aller sieben Städte und Gemeinden mobil gemacht und verbesserte Sicherheitsstandards gefordert. Der Saarbrücker Stadtrat will sich heute mit einem Bürgeraufruf befassen, der dann im Rathaus und in anderen Verwaltungsstellen unterzeichnet werden kann. Die Forderungen: sofortige Abschaltung des AKW Cattenom, eine Sicherheitsüberprüfung analog zu den jetzt in Deutschland stillgelegten Reaktoren sowie die Erarbeitung eines Konzepts für eine nachhaltige Energieversorgung der Region Saar-Lor-Lux ohne Kernkraft.

Eine fast gleich lautende Resolution hatte gestern Abend der Saarlouiser Stadtrat auf dem Tisch.

Kollegen aus Frankreich für die Gefahren der Kernkraft sensibilisieren

Am 15. April werde sich ein Interregionales Forum mit dem Thema Cattenom beschäftigen, so gestern die Vorsitzende der Sicherheitskommission des Interregionalen Parlamentarierrates, Helma Kuhn-Theis (CDU). Es gehe darum, die Kollegen aus Frankreich für die Gefahren der Kernkraft in einer Region mit elf Millionen Menschen zu sensibilisieren, sagt die Politikerin. Zwischenzeitlich rufen auch verschiedene Internet-Foren im grenznahen Bereich zum Protest gegen das Atomkraftwerk auf (www.petitiononline.de).

Ministerpräsident Peter Müller (CDU) wird morgen im Landtag eine Regierungserklärung zur Entwicklung der Energieversorgungsdebatte abgeben. Die Landtags-Parteien haben gestern ihre Bedenken gegenüber Cattenom bekräftigt. Die Linken forderten bei dieser Gelegenheit mit Blick auf die Strompreisgestaltung eine verstärkte staatliche Kontrolle der Energiekonzerne.

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