L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Cattenom: Saar-Politiker nehmen Kraftwerk ins Visier

Saarbrücken. Der Atomunfall in Japan hat Auswirkungen bis in die Landespolitik. Die Linkspartei will in der nächsten Plenarsitzung des Landtages einen Beschlussantrag vorlegen, in dem die Landesregierung aufgefordert wird, mit der französischen Regierung über eine Laufzeitbegrenzung des Atomkraftwerkes im lothringischen Cattenom zu verhandeln. Das erklärte Linkspartei-Fraktionschef Oskar Lafontaine gestern vor der Landespressekonferenz. Er erneuerte die Forderung seiner Partei, „zügig aus der Atomenergie auszusteigen“. Ähnlich lautende Forderungen von SPD und Grünen nannte Lafontaine unglaubwürdig. Denn solange „die SPD eine Nähe zur Energiewirtschaft“ habe und „die Saar-Grünen sich von Wirtschaftsunternehmen finanzieren lassen“, sei ihnen keine Politik zu Ungunsten dieser Unternehmen zuzutrauen, so Lafontaine. Er kündigte an, die Gefahren der Kernenergie zum Thema in den anstehenden Landtagswahlkämpfen zu machen.
 
Die SPD forderte unterdessen von Saar-Umweltministerin Simone Peter (Grüne), die Klage von fünf Bundesländern gegen die Laufzeitverlängerung von deutschen Atomkraftwerken zu unterstützen. Anderfalls müsse Peter ihr Amt aufgeben, so der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Commerçon. Peter dürfe sich nicht „lediglich mit Sonntagsreden aufhalten“.


Ebenso wie die SPD fordert auch die FDP ein „europäisches Ausstiegsszenario“. „Es nützt uns nichts, wenn wir die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke reduzieren und mit Cattenom dann weiter eine solche Anlage direkt vor der Haustür stehen haben“, sagte FDP-Fraktionschef Christian Schmitt. Auf Landesebene soll der Ausbau von erneuerbaren Energien fortgesetzt werden. „Dazu müssen aber auch die Leitungsnetze ausgebaut werden – und da dürfen sich Atomkraftgegner dann nicht quer stellen“, erklärte Schmitt.

Die Saar-CDU begrüßt derweil die Absicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Sicherheit deutscher Atomkraftwerke auf den Prüfstand zu stellen. „Nicht die Laufzeit ist jetzt die Frage, sondern die Sicherheit“, sagte CDU-Fraktionschef Klaus Meiser. Eine Antwort auf diese Frage wusste gestern bereits Grünen-Landeschef Hubert Ulrich: „Vor dem Hintergrund der Erlebnisse in Japan kann heute niemand mehr ernsthaft behaupten, dass deutsche Atomkraftwerke sicher sind.“ Das französische Kernkraftwerk in Cattenom nannte Ulrich „eine Todeszentrale“. jos
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