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Center-Parcs-Chefs bekommt Standpauke von Nohfelder Gemeinderat

Der neue Ferienpark am Bostalsee (hier die Großbaustelle im September 2012).

Der neue Ferienpark am Bostalsee (hier die Großbaustelle im September 2012).

Einen Gang nach Canossa hatte Center-Parcs nicht erwartet, als der Ferienparkbetreiber Vertreter zu einer Sitzung des Nohfelder Gemeinderats entsandte. Trotz Tagesordnung, die extra wegen einer übel aufgestoßenen Entscheidung des Konzerns kurzfristig geändert worden war. Die Kommunalpolitiker nahmen dann aber Europadirektor Frank Daemen und Bostalsee- Parkchefin Esther Puma heftig in die Mangel. Auslöser: die Einladung zur offiziellen Ferienpark-Eröffnung, die vielen Lokalpolitikern übel aufstieß. Die rund 1000 Namen umfassende Gästeliste spart den Gemeinderat aus.

Dabei sehen sich dessen Mitglieder als jene, die mit ihren Entscheidungen einen Großteil beitrugen, dass der Ferienpark nach 20 Jahren Vorbereitungszeit jetzt Realität ist. Dieser Unmut sprach sich bis zur Center-Parcs-Zentrale durch. Esther Puma versuchte, die Wogen zu glätten. Begann mit einer lässigen Begrüßung mit direktem Bezug zum Ärgernisthema, die bei den überwiegend versteinerten Gesichtern des Rates nicht ankam. „Wir haben uns selbst eingeladen.“ Um gleich fortzufahren: „Die gute Zusammenarbeit mit Ihnen schätzen wir sehr.“ So sei die ausgebliebene Einladung kein Zeichen fehlender Wertschätzung Die Auswahl habe das Unternehmen aus Kapazitätsgründen treffen müssen. Darunter seien unter anderem internationale Journalisten, Geschäftspartner sowie Vertreter regionaler Politik. Um die Wertschätzung zu beweisen, würden die jetzt nicht Berücksichtigten zum späteren Zeitpunkt eingeladen.

Das konnte nicht besänftigen. CDU-Fraktionschef Michael Dietz: „Wir haben dem Projekt immer die Stange gehalten. Und jetzt kommt es zu einer Verwerfung beim i-Tüpfelchen.“ Bei vielen Teilaspekten seien Rat und Landkreis St. Wendel dem Betreiber entgegengekommen: Finanzen, Genehmigungen für Bauprojekte, Strandbad, Rundweg. SPD-Fraktionsvorsitzender Eckhard Heylmann: „Das ärgert uns kolossal. Es gibt nur eine Eröffnung.“ Es ginge den Politikern nicht um die Schlacht am kalten Büfett. Doch 60 Leute aus Kreistag und Gemeinderat wären sicherlich zu verkraften gewesen. Heylmann enttäuscht: „Wir finden das sehr, sehr bedauerlich. Das hat uns sehr getroffen.“ Steffen Schopper (UBBN), erklärter Gegner des Ferienparks, ließ seiner Genugtuung freien Lauf: „Der Rat hat seine Schuldigkeit getan. Jetzt hat Center-Parcs am See das Sagen.“

Um zum Rundumschlag auszuholen, was den inakzeptablen Umgang mit rumänischen Wanderarbeitern betrifft, die monatelang auf Geld gewartet hatten, und den nachts gesperrten Rundweg. Horst Barth (SPD) zu Letzterem: „Wir haben den Menschen immer gesagt, der Weg bleibt offen.“ Jetzt stehe er als Lügner da. „Das ist das Schlimmste, was man mir in meiner Tätigkeit gesagt hat.“ Alois Wilhelm (CDU): „So kann man nicht mit uns umgehen.“ Eine Stunde dauerte die Standpauke, bis der Rat Daemen folgenden Satz abgerungen hatte: „Ich entschuldige mich, dass ich die Situation falsch eingeschätzt habe.“ Das honorierten die Politiker mit Tischklopfen. Ihm sei „äußerst unangenehm, dass solch ein Malheur passiert ist“. Bei der Auswahl „haben wir einen Fehler gemacht“. Darauf verließen er und Esther Puma den Raum.

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