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Center-Park am Bostalsee? Die Bürger sind gefragt

So  könnte der Blick von der Terrasse eines der Ferienhäuser auf den Bostalsee einmal aussehen.

So könnte der Blick von der Terrasse eines der Ferienhäuser auf den Bostalsee einmal aussehen.

Nohfelden. Der Ferienpark am Bostalsee wird als Center-Park gebaut. Diese Entscheidung fiel nach vielen Gesprächen und Verhandlungen kurz vor Jahreswechsel (wir berichteten). Gleichzeitig wurden die Investoren und damit die Finanzierung der Ferienhäuser vorgestellt. „Das Investitionsrisiko soll fast vollständig auf die öffentliche Hand verlagert werden“, bemängelt Steffen Schopper  von der UBNN. Vor allem, dass die Erschließung mit 45 Millionen Euro „vollständig durch die Projektgesellschaft Bostalsee – Gesellschafter: Gemeinde, Landkreis, LEG – erfolgen und die Zentraleinheit für 40 Millionen Euro durch die landeseigene Strukturholding Saar gebaut werden soll“. Schopper rechnet vor: Bei einem privaten Investitionskapital von 4,5 Millionen Euro für den Bau der Ferienhäuser und bezogen auf die geplante Gesamtinvestition in Höhe von 130 Millionen Euro sei dies gerade mal ein Anteil von 3,5 Prozent.

Umfrage: Wie stehen Sie zur Finanzierung des Ferienparks ?

Diese Entwicklung will Schopper nicht tolerieren, zumal die UBNN von Anfang an gegen den Bau des Ferienparks war. Schopper erinnert an „Stuttgart 21“: „Die Politik sollte bei der Planung und Umsetzung von solchen Großprojekten, zumal wenn sie ausschließlich oder ganz überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, ein hohes Maß an Bürgerbeteiligung ermöglichen.“ Da die Bürger der Gemeinde Nohfelden nicht nur direkt Betroffene des Großprojektes seien, sondern sich als Steuerzahler gleich auf drei Ebenen (Gemeinde-, Kreis- und Landesebene) an dessen Finanzierung beteiligen sollen, will die UBNN-Fraktion im Gemeinderat Nohfelden beantragen, vor der endgültigen Beschlussfassung des Gemeinderates eine Einwohnerbefragung bis spätestens Mitte März in die Wege zu leiten. Die Bürger sollen sagen, ob sie den geplanten Bau des Parks sowie dessen Finanzierung befürworten oder ablehnen. Noch vor der Befragung soll, geht es nach der UBNN, den Einwohnern die Möglichkeit gegeben werden, sich in mindestens zwei moderierten Podiumsrunden über das Projekt und dessen Finanzierung zu informieren und mit Befürwortern und Kritikern zu diskutieren. Info-Abende geplant

Umfrage: Wie stehen Sie zur Finanzierung des Ferienparks ?

Zwei Informations-Veranstaltungen seien geplant, sagt Bürgermeister Andreas Veit auf  Nachfrage. Er betont, dass auch die Finanzierung für die Bürger transparent sein soll. Konkrete Termine stehen allerdings noch nicht fest. „Rein juristisch“, so Veit weiter, sei ein Bürgerbegehren denkbar, praktisch mache es aber keinen Sinn mehr. Schließlich werde seit 18 Jahren in Nohfelden über das Thema Ferienpark geredet. Und es habe immer wieder kritische Stimmen gegeben. Aber Bürgerbeteiligung sei im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens abgeschlossen worden. Danach bestand Baurecht.

Es ginge in den vergangenen Monaten nur noch darum, Investoren zu finden. Dazu Veit: „Das Projekt jetzt von vorne aufzurollen, macht keinen Sinn.“ Schließlich drohe das Projekt komplett zu kippen, sollte die Finanzierung nicht klappen. Und das sei schlecht für die Region. Daher sieht Veit auch kaum Chancen für die UBNN, ihren Antrag in der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, 20. Januar, 17.30 Uhr, im Rathaus durchzubekommen.

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