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„C’est dur la culture“: Marke für Kult-Partys und ungewohnte Orte

In und um die alte Saarbrücker Becolin Farbenfabrik haben drei Künstler die Party-Location

In und um die alte Saarbrücker Becolin Farbenfabrik haben drei Künstler die Party-Location "Römerkastell" geschaffen.

„C’est dur la culture, das ist mein Lebensmotto“, sagt Giovanni d’Arcangelo. Der umtriebige Saarbrücker mit italienischen Wurzeln ist nicht nur der kreative Kopf der kleinen Gruppe, die das Römerkastell betreibt, in dem derzeit der Festivalclub der Perspectives die Leute begeistert. Auch den Club Modul, die 100-Tage- Bar nebst Eissalon und das Esszimmer im Nauwieser Viertel hat er mit initiiert.

Angefangen hat das Ganze mit einem Kurzfilm den D’Arcangelo 2003 mit befreundeten Künstlern drehte. „Traumtänzer“ schaffte es auf Anhieb auf die Leinwand beim Max- Ophüls-Festival. Aus ihrer Filmparty machten die Freunde dann ein bunt gemischtes Event mit Kino, Musik, Tanz und Lichtinstallationen. Und weil’s so schön war, ging es weiter: mit ausgefallenen Motto- Partys an wechselnden Orten.

Die ließen mal die Wilden 20er Jahre wieder auferstehen oder feierten den Burlesque-Tanz. Zu jedem Thema suchte die Gruppe sich passende Künstler aus und brachte scheinbar unpassende wie Opernsänger, Jazzer, Performer oder sogar Wahrsager zusammen. Sie steckte viel Herzblut in die Gestaltung der Räume, um jedes Event, gemäß dem Motto „C’est dur la Culture“ zu einem Gesamtkunstwerk zu machen.

„Wir wollen die Leute aus ihrem Trott rausziehen, sie sind ja alle viel zu passiv geworden, wir wollen sie auf eine Bühne setzen, bei uns sollen sie aktiv teilhaben“, sagt Giovanni D’Arcangelo. Die Partys bekamen bald Kultstatus, „C’est dur la culture“ wurde zum Gütesiegel und zum Raumpionier: Sie eroberten vergessene Leerstands-Orte wie die ehemalige Volksfürsorge oder eben die alte Becolin- Fabrik am Römerkastell. Ab 2010 erkor D’Arcangelo das Gebäude- Ensemble, in dem früher neben einer Farben- auch eine Möbel- und eine Pharmazie- Fabrik waren, per Mietvertrag zur Haupt-Location. Stück für Stück baut man sie seitdem aus. Und zwar so behutsam, dass sein Flair möglichst erhalten bleibt, betont Gero Heckmanns.

Der Saarbrücker, unter dem Namen Kronik auch als DJ in halb Europa unterwegs, hat sich mit D’Arcangelo und Stefano Dreßler, dem Dritten im Bunde, zur „Acrobaten GmbH“ zusammengetan. Gemeinsam konzipieren sie „maßgeschneiderte Events“, nicht nur im Römerkastell, auch fürs Saarlandmuseum, für die Hochschule der Bildenden Künste Saar, das Tanzfestival N.O.W.Dance, für Hochzeiten und im Juli fürs Saarbrücker Altstadtfest.

Und weil ihnen die Ideen nicht ausgehen, haben sie schon die nächste Baustelle begonnen: Im Herbst wollen die Acrobaten in einem Ladenlokal Ecke Paul-Marien-/Mainzer Straße eine Kneipe eröffnen. Der Name: „Jules Verne“. Fragt sich nur noch, wohin sie da ihre Gäste entführen. Zum Mittelpunkt der Erde oder lieber 1000 Meilen unters Meer?

 Das Bistrot Musique am heutigen Dienstag ist ausverkauft. Am Mittwoch, 21.30 Uhr, öffnet der Club mit dem Konzert der Vieilles Pies.

Infos: www.festival-perspectives.de

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