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Chat-Sprache: Mit diesen Kurzformen unterhalten sich Internetnutzer

Saarbrücken. Die Abkürzungen HDL („Hab dich lieb“), LOL (englisch „Laughing out loud“ für „Lauthals lachen“) oder THX (englisch „Thanks“ für „Danke“) sind schon seit der Erfindung des Chats in den Achtzigerjahren weit verbreitet. Aber Kürzel wie AFAIK (englisch „As far as i know“ für „Soweit ich weiß“) oder DUBIDODO („Du bist doch doof“) bringen auch Chatprofis ins Grübeln. Die Chatsprache ist im Laufe der Jahre immer komplexer geworden.

Entstehung der Abkürzungen

Wie die Abkürzungen entstanden sind, erklärt Thorsten Bornträger von der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft der Universität des Saarlandes: „Der Chat liegt zwischen einer typisch schriftlichen Kommunikationsform, wie zum Beispiel dem Brief, und der mündlichen Kommunikation von Angesicht zu Angesicht.“ Um im Gesprächsfluss schneller agieren zu können, würden gerne bestimmte, unter Chattern allgemein verständliche Abkürzungen genutzt, die überwiegend aus dem Englischen stammen, sagt Bornträger. Zum Beispiel steht „AFK“ für „Away from keyboard“ (zu Deutsch: „Abwesend von der Tastatur“).

Solche Kürzel werden durch Aneinanderreihung der Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter gebildet. Zu einem flotten Gesprächs-Tempo trägt auch der sogenannte Leetspeak bei. Dabei werden Wörter oder Wortteile durch ähnlich klingende Ziffern oder Sonderzeichen ersetzt. So wird beispielsweise im Wort „Nacht“ die Zahl acht als Ziffer aufgegriffen. „N(acht)“ wird zu „N8“ und „für“ (aus dem englischen „for“) wird zu „4“. Aber es geht auch noch etwas komplexer: Die Abkürung „2F4U“ beispielsweise steht für die englische Wendung „To Fast For You“ („Zu schnell für Dich“).

Die meistgenutzte Möglichkeit, Gefühle im Chat zu kommunizieren, sind Smileys. Aber auch sogenannte Inflektive können diese Funktion übernehmen. Dabei werden bei Verben die Endungen weggelassen und die Vokabel wird zwischen zwei Sternen eingeschlossen. Auf diese Weise drückt der Chattende Geräusche, Gefühle oder bestimmte Handlungen mit Ausdrücken wie *grummel* oder *freu* aus. Besonders häufig gebrauchte Abkürzungen werden meist noch weiter verkürzt. So wird beispielsweise statt *grins* einfach nur *g* geschrieben.

Einfluss auf die Sprache

Auch wenn sich beim schnellen Tippen im Chat häufig Schreibfehler einschleichen und die Groß- und Kleinschreibung vernachlässigt werde, müsse die Erweiterung des Netzjargons keinen negativen Einfluss auf die deutsche Sprache haben, so Bornträger. Denn der Chat könne am ehesten mit einem mündlichen Gespräch verglichen werden. Dabei werde im Allgemeinen auch nicht so sehr auf Satzstellung und Grammatik geachtet wie dies beispielsweise beim Briefeschreiben der Fall sei.

„Dem Chat liegt das gleiche Konzept zugrunde wie der gesprochenen Sprache“, so Bornträger. Er glaubt, dass die Chatsprache in Zukunft die gesprochene Sprache beeinflussen wird. „Schon heute versteht ein sehr großer Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein gesprochenes LOL in der mündlichen Kommunikation“, erklärt er. Der Experte ist überzeugt, dass Elemente der Chatsprache in einigen Jahren ein selbstverständlicher Bestandteil des Deutschen sein werden.
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