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Chefin einer Marktkneipe räumt Steuerhinterziehung ein

Symbolfoto

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Die Kassen in der Szene-Kneipe am Sankt Johanner Markt in Saarbrücken klingelten in den letzten Jahren kräftig. Jahresumsätze von mehr als zwei Millionen Euro waren die Regel. Das Gesellschafter-Trio der Marktkneipe fasste nach Auffassung von Oberstaatsanwalt Eckhard Uthe schon vor neun Jahren den Entschluss, die tatsächlichen Umsätze zu verschleiern und einen Teil der Einnahmen am Finanzamt vorbeizuschleusen. Die Kassenbelege wurden dafür mit einer speziellen Software manipuliert. Die Steuerfahndung kam den Gastronomen schließlich auf die Spur.

Ein 55-Jähriger mit Adresse im luxemburgischen Schengen und ein 52 Jahre alter Riegelsberger sitzen seit Juli in Untersuchungshaft. Beide kassierten auch in anderen Betrieben mit. Ihnen droht eine mehrjährige Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Der Prozess gegen beide soll noch in diesem Monat vor dem Landgericht beginnen.

Ihre langjährige Geschäftspartnerin S., eine 48-jährige Architektin und Ex-Erzieherin, sitzt seit gestern bereits vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts. Sie ist geständig, räumt Beteiligung und Kenntnis von Umsatzmanipulationen und Steuerhinterziehung in Höhe von 823 498,37 Euro ein. Verteidiger Jens Schmidt gab zu Protokoll: „Die Anklage ist zutreffend.“ Seine Mandantin habe vom tatsächlichen Ausmaß der Unregelmäßigkeiten keine Ahnung gehabt. Sie hat nach eigenen Angaben monatlich Extraeinnahmen von 300 Euro sowie gelegentlich weitere 500 bis 900 Euro schwarz erhalten. Ihre regulären Monatseinkünfte bezifferte die blonde Geschäftsfrau auf 1900 Euro netto monatlich. Als Firmenwagen steuerte sie einen Porsche .

Die Kneipenchefin wird voraussichtlich eine Bewährungsstrafe zwischen 21 und 24 Monaten und eine Geldauflage von 200 000 Euro erhalten, auch weil sie die Ermittler bei der Aufklärung unterstützt hat. Staatsanwalt, Gericht und Verteidiger verständigten sich im Rahmen eines so genannten „Deals“ auf dieses Strafmaß. Es wird erwartet, dass die Frau im Prozess gegen ihre inhaftierten Mitgesellschafter als Zeugin aussagt. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

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