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Chefs von morgen nutzen Kurzauftritt

Mehr Zeit für Pflegebedürftige: Thomas Müller möchte mit seinem Online-Tool „Curassist“ Pfleger ermutigen, in die Selbstständigkeit zu wechseln. Das helfe auch den Patienten. Foto: dpa/Patrick Seeger

Mehr Zeit für Pflegebedürftige: Thomas Müller möchte mit seinem Online-Tool „Curassist“ Pfleger ermutigen, in die Selbstständigkeit zu wechseln. Das helfe auch den Patienten. Foto: dpa/Patrick Seeger

Erst kurz und knapp in sieben Minuten das Konzept schmackhaft machen, dann sich weitere sieben Minuten den Fragen des Publikums und der Jury stellen. 14 Minuten – so viel Zeit hatten die vier Neugründer beim zweiten Südwest-Pitch der SAR.Factory im Saarbrücker Schlosskeller, um das Publikum und die sechsköpfige Jury von ihren Geschäftsmodellen zu überzeugen. Am Ende des Abends setzte sich Thomas Müller mit seinem Start-Up „Curassist“, einem Zentrum für selbstorganisierte Pflege, durch. Doch der Südwest-Pitch-Gründer Thorsten Niedner aus dem Westerwald betonte: „Alle vier Teilnehmer können stolz auf sich sein.“ Denn die Neugründer konnten sich bereits im Vorfeld gegen etwa 150 Bewerber durchsetzen. „Wir haben geschaut, welche Ideen innovativ genug sind. Diese vier haben das meiste Potenzial“, erläutert Niedner.

Das Gewinnerprojekt „Curassist“ ist ein Online-Portal, das selbstständigen Pflegekräfte und auch Angehörigen bei der Pflegeplanung hilft. So kann eine Art Krankenakte mit Behandlungsmethoden und Medikamenten angelegt werden. Etwa ein Jahr hat Müller an dem Konzept gearbeitet. „Die Idee schwirrt schon seit zwei Jahren in meinem Kopf herum, aber ich habe sie im Laufe der Zeit nochmal abgeändert“, sagt Müller, der selbst rund zehn Jahre in der Pflege tätig war. Er habe zunächst geplant, Familien mithilfe eines Online-Portals selbst die Pflege zu vermitteln. „Mir ist aber nach ein paar Monaten bewusst geworden, dass viele einfach nicht selbst pflegen möchten.“ Dann habe er das Produkt doch noch abgeändert. Jetzt richtet sich das Online-Portal vor allem an selbstständige Pfleger. Müller wolle, dass mehr Pflegekräfte den Schritt in die Selbstständigkeit wagen – und so ein faires Gehalt wählen. Sein Gewinn: 300 Euro von der Sparkasse sowie ein Starter-Kit mit eigenem Werbekonzept.

Neben „Curassist“ konnten sich die Steuererklärungs-App „taxbutler“, die Bewerbungs-App „Talentcube“ und das Völklinger Verlags- und Autorenportal „lituro“ für den Südwest-Pitch qualifizieren. Aber nicht nur die Start-Ups nutzten den Abend zum Netzwerken, auch die Zuschauer waren zum Netzwerken da. So auch BWL-Doktorand Felix Krauß, der 26-Jährige interessiert sich für innovative Ideen: „Wer neue Ideen hat, der sollte sie auch umsetzen.“ Für die eigene Selbstständigkeit fehle es ihm aber noch an Zeit und Idee. Und auch andere Start-Ups hatten sich unter die Zuschauer gemischt. „Wir wollen auch mit unserer eigenen App durchstarten“, sagte Conny Hanke.

Die Suche nach Neugründern ist noch nicht vorbei. Der nächste Südwest-Pitch ist am 28. April in Frankfurt. Danach sind Wettbewerbe in Kaiserslautern und Luxemburg geplant. Für das Jahresfinale kommen die Neugründer wieder nach Saarbrücken .

 

Zum Thema:
Ein Pitch ist ein Format, das Start-Ups aller Gründungsphasen die Möglichkeit bietet, ihre Geschäftsmodelle vor einem großen Publikum zu präsentieren. Darunter sind neben anderen Neugründern auch Experten und Investoren vertreten. Ziel der teilnehmenden Start-Ups ist es, einen potenziellen Investoren zu finden. Der Gewinner des Südwest-Pitchs erhält unter anderem sechs Monate Hilfe beim Marketing. sum
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