L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Christkindl-Markt: Saarbrücker setzen Zeichen für den Frieden

Eine Kerze in der einen, die Textblätter in der anderen Hand, stimmten die Teilnehmer der Friedensaktion auf dem Christkindlmarkt Weihnachtslieder an.

Eine Kerze in der einen, die Textblätter in der anderen Hand, stimmten die Teilnehmer der Friedensaktion auf dem Christkindlmarkt Weihnachtslieder an.

„Danke, dass ihr da seid“, sagt ein Passant und wendet sich den beiden Polizeibeamten zu, die mit ihrem Mannschaftswagen die Zufahrt zum St. Johanner Markt versperren. Und während der Passant weitergeht, singen mindestens 1000 Menschen am Stengelbrunnen „O Tannenbaum“ und andere Weihnachtslieder.

Auf dem Christkindl-Markt herrscht Gedränge, Musiker spielen, Menschen singen. Chorleiterin Amei Scheib dirigiert. Gedränge? Weihnachtsmarkt? Da braucht man nicht viel Fantasie für schlimme Assoziationen, die unsere Zeit vor diesem Weihnachten bestimmen. Und genau darum geht es. „Wir saßen zusammen und dachten uns nach dem Attentat in Berlin: Wir können doch nun nicht einfach so Weihnachten feiern“, sagt Initiatorin Veronika Kappes.

Mit Gewerkschaftern, Kirchenvertretern und anderen Menschen aus Saarbrücken sei die Idee entstanden für ein offenes Singen, ein Konzert für jeden und zum Mitmachen.

Am Freitag war es soweit – und das Interesse groß. „Ich habe es in der Zeitung gelesen und bin gleich gekommen“, sagt Anne-Marie Marx. Die Saarbrückerin findet, das sei „eine schöne Art, Anteil zu nehmen und den Wunsch nach Frieden auszudrücken“.

Ihre Freundin Annette Keinhorst: „Hier kann man seine Bedrückung wegsingen.“ Oberbürgermeisterin Charlotte Britz wertete es als „Signal einer toleranten Stadt“. Justiz-Staatssekretärin Anke Morsch warnte davor, „reflexartig nach mehr Sicherheitspolitik“ zu rufen, weil auch das die Freiheit beeinträchtige.

Pastoralreferent Heiner Buchen sprach von einem „Zeichen für Berlin“, da den Menschen ein „Schrei im Hals stecke“. Die gemeinsame Musik sei hier ein Zeichen der Verbundenheit.

Und das kam auch von Muslimen. Mehrere Gemeinden schickten Vertreter wie Hüseyin Yavas aus Völklingen: „Wir sind Teil der Gemeinde und lassen uns von Terroristen nicht einschüchtern. Ich selbst feiere kein Weihnachten. Aber deswegen arbeite ich immer freiwillig an Heiligabend im Klinik-OP, damit meine christlichen Kollegen zur Familie können. Wir nehmen so Anteil an Weihnachten.“

Ein Imam, ein Pfarrer, Gewerkschafter und Unternehmer, Politiker und Passanten – sie alle sangen am Freitagabend gemeinsam. Einfach so. Auf Reden verzichteten sie.

 
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