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Christoph 16 fliegt 1,7 Millionen Euro Verlust ein

 Der ADAC betreibt im Saarland die Luftrettung mit seinen gelben Helikoptern seit 1996.

Der ADAC betreibt im Saarland die Luftrettung mit seinen gelben Helikoptern seit 1996.

Jedes Mal, wenn der Pilot des Rettungshubschraubers Christoph 16 die Maschine am Ziel aufsetzt, ist der ADAC wieder um ein paar Hundert Euro ärmer. Krankenkassen und Unfallversicherung zahlen dem Automobilclub pro Flugminute zwar 50,50 Euro. Damit Christoph 16 kostendeckend fliegen kann, wären nach ADAC-Angaben aber 66,09 Euro nötig. Allein von 2010 bis 2013 ist ein Defizit von fast 1,7 Millionen Euro aufgelaufen – im Durchschnitt etwa 420 000 Euro pro Jahr.

„Neben Christoph 16 Saarbrücken gibt es nur noch sehr wenige Stationen, die ein ähnlich hohes Defizit ausweisen“, räumte eine ADAC-Sprecherin auf SZ-Anfrage ein. Der Unterschied zu den übrigen 35 Hubschrauberstandorten des ADAC sei der eingeschränkte Einsatzradius um den Standort auf dem Saarbrücker Winterberg. Denn der befindet sich zu fast einem Drittel auf französischem Hoheitsgebiet. Zwar ist ein grenzüberschreitender Einsatz seit einigen Jahren möglich. Doch die Rettungsleitstelle in Lothringen fordert den Helikopter aus Saarbrücken so gut wie nie an. Von den 1438 Einsätzen des vergangenen Jahres führte nur ein einziger über die Grenze. Der ADAC macht zahlreiche flugbetriebliche und medizinische Vorschriften für den deutlichen Kostenanstieg der vergangenen Jahre verantwortlich. Derzeit verhandelt der Club mit den Krankenkassen im Saarland über eine Steigerung der Entgelte. Doch die Gespräche kommen nicht recht vom Fleck. Für Mittwoch ist nun die dritte Runde angesetzt.

Die Kassen sind nicht bereit, die vom ADAC geforderte Erhöhung der Kostenerstattung von 50,50 Euro auf 66,09 Euro pro Flugminute zu akzeptieren. „Wir haben in den vergangenen drei Jahren eine Erhöhung um über 20 Prozent mitgetragen, um die Luftrettung zu stützen, sehen uns aber nicht in der alleinigen Verantwortung, die hohen Kosten, die durch den ungünstigen Standort entstehen, auszugleichen“, sagt IKK-Südwest- Geschäftsführer Lutz Hager.

Der ADAC betreibe den gelben Rettungshubschrauber eigenverantwortlich und ziehe ja auch einen Vorteil daraus. „Wir erwarten, dass der ADAC diesen positiven Marketing-Effekt in die Bilanz einbringt“, sagt Hager. Im Übrigen, argumentieren die Kassen, sei der ADAC faktisch ein milliardenschwerer Konzern. Eine Quersubventionierung der defizitären gemeinnützigen Tochter Luftrettung ADAC Luftrettung gGmbH sei also möglich.

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