A620 Saarlouis - Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Luisenbrücke und AS Saarbrücken-Bismarckbrücke in beiden Richtungen mit Hochwasser ist zu rechnen Eine Einrichtung der Hochwasserumfahrung auf der A 620 für den späten Nachmittag/ Abend kann zur Zeit nicht ausgeschlossen werden. Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, ihre Fahrzeuge vorsorglich nicht im Umfahrungsbereich/ Gefährdungsbereich abzustellen und die mögliche Sperrung in die Fahrzeit einzuberechnen. (11.12.2017, 16:21)

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Christoph Hartmann: „Ich will nicht Everybody's Darling sein“

Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) stellt die Saar-Wirtschaft auf einen harten Sparkurs ein. Strukturen würden hinterfragt, Finanzhilfen auf den Prüfstand gestellt.

Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) stellt die Saar-Wirtschaft auf einen harten Sparkurs ein. Strukturen würden hinterfragt, Finanzhilfen auf den Prüfstand gestellt.

Saarbrücken. Betont gut gelaunt erscheint Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) zum Redaktionsgespräch. Er wirkt wie eine positive Konjunkturprognose. Und zeigt auch Entertainer-Qualitäten. Den Blick auf französisches Mineralwasser gerichtet, äußert er spontan in seiner Eigenschaft als Landwirtschaftsminister: „Saarländische Produkte wären mir jetzt lieber.“ Das erinnert verdächtig an Harald Schmidt und seinen zum Kult gewordenen Spruch: „Ich sage ja zu deutschem Wasser.“

Hartmann will innerhalb der Jamaika-Koalition als Macher gelten. „Ich bin der Standortminister in der Koalition. Meine Aufgabe ist es, für gute Standortbedingungen zu sorgen. Und diese zu verbessern.“

"Leistung und Profil der Universität nach vorne bringen"

Hier hat er besonders die Hochschule im Auge. „Zur Verbesserung der Standortqualität des Saarlandes müssen wir deutlich stärker das Thema Leistung und Profil der Universität nach vorne bringen.“ Zumal bundesweite Rankings immer stärker den Ausschlag gäben zur Wahl des Studienortes. Deshalb werde es einen Globalhaushalt für die Uni geben, der sich aber deutlich stärker an Leistungskriterien ausrichte. „Wir werden einen Katalog festlegen, der beispielsweise die Anzahl der Promotionen enthält, den Anteil an Drittmitteln, um wirklich Leistungsanreize für die Hochschulen herauszukitzeln.“ Im Hinblick auf die Zeit nach 2013 müsse die Universitätsleitung auch mutigere Struktur-Entscheidungen treffen. „Wir können nicht bei allem spitze sein. Aber wir müssen das Profil nach außen schärfen.“ Dazu gehöre ausdrücklich auch eine stärkere Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft. Die Forschungsstärke der Universität solle durch weitere im nationalen und europäischen Wettbewerb eingeworbene hochkarätige Vorhaben noch sichtbarer werden.

Finanzielle Hilfen  kürzen oder  streichen

Es gehe dem Wissenschaftsminister nicht darum, in die innere Verfassung der Hochschule reinzudirigieren. „Ich wehre mich auch gegen die Frage: Geisteswissenschaften ja oder nein. Entscheidend ist die wissenschaftliche Leistung – ob in Informatik oder Romanistik.“ Nicht nur bei der Frage der Zukunft der Universität stellt sich Hartmann auf Konflikte ein. Es gehöre angesichts der desolaten Haushaltslage des Sarlandes auch zum Tagesgeschäft, finanzielle Hilfen zu kürzen oder zu streichen. „Meine Aufgabe ist es nicht, bestehende Strukturen unreflektiert so weiterlaufen zu lassen. Außerdem haben wir nicht die Möglichkeit, Geld mit der Gießkanne zu verteilen.“ Deshalb, so vermutet Hartmann, mache er sich derzeit auch bei vielen Entscheidern in der Saar-Wirtschaft unbeliebt, die gerne weiter Finanzhilfe sähen. „Ich bin nicht ins Amt gekommen, um Everybody’s Darling zu sein, sondern, um dieses Land voranzubringen.“

Für bezahlbare, grundlastfähige, sichere Energie

Auf diesem Weg laufe vieles still und ohne öffentliches Getöse ab. Der Koalitionsvertrag werde systematisch abgearbeitet. Deshalb will Hartmann auch Kritik an seiner Person, am Führungsstil und angeblich mangelnder Durchsetzungsfähigkeit der FDP als Interessensvertreter der Saar-Wirtschaft nicht gelten lassen. So kämpfe der Wirtschaftsminister für bessere Möglichkeiten, Betrieben in einer Kreditklemme zu helfen, um Arbeitsplätze zu halten. Er setze sich in der Energiepolitik mit Umweltministerin Simone Peter für bezahlbare, grundlastfähige, sichere Energie ein. Einen Kraftwerks-Standort stelle niemand in Frage. Der Flughafen werde als Standortfaktor ausgebaut.

Man prüfe weitere Verbindungen. Diese müssten finanziell darstellbar sein. Auch beim Projekt Stadtmitte am Fluss sei die Haltung der FDP unproblematisch. „Wir haben vor der Wahl gesagt, was wir wollen. Und wir halten uns daran. Die FDP sieht den Tunnel kritisch, denn man muss sich auch fragen, wie das ganze Projekt finanzierbar ist. Zumal über den Tunnel erst 2013 entschieden wird.“

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