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Chrom, Lack und Tiefergelegte auf der Tuning Expo in Saarbrücken

Der selbstverliebte Ingo tankte Ende der 90er Diesel in seinen tiefergelegten Manta. „Super Ingo – nicht Diesel!“, so das Ende des Spots für Tankstellen eines inzwischen geschluckten Erdölunternehmens. Super-Ingo trug Cowboystiefel, ein Goldkettchen und eine gefranste Lederjacke. Auf den Manta waren Flammen lackiert. Männlicher geht’s kaum. Und kaum doofer.

Sven Schulz, einer der Projektleiter der Saarbrücker Tuning Expo, nimmt solche Wertungen gelassen: „Die prolligen Rebellen gibt es, aber das sind einzelne. Übrigens tunen Frauen und Männer ihre Autos, und Frauen sind dabei oft experimentierfreudiger mit Farben“, sagt der Betriebswirt. „Was beim Tunen zulässig ist und was nicht, darüber kann man sich bei uns informieren“, setzt er hinzu. Nicht jeder Zusatzscheinwerfer ist erlaubt.

Tieferlegen, Chromfelgen und Spoiler: „Das sind die Standards. Auf der Messe kann man vor allem die Extreme sehen, wie vergoldete Motoren und Stoßstangen aus Karbon“, sagt der 34-Jährige. Solche Exponate werden auf Hängern zur Ausstellung transportiert. Sie seien nicht fürs Fahren gemacht, der Verschleiß und das Unfallrisiko wären zu groß. Bei den straßentauglichen Autos würden immer noch konkave Felgen im Trend liegen. „Sie rufen bei der Autobahnfahrt tolle optische Effekte hervor“, so Schulz. Beim Chiptuning sei man an einer Leistungssteigerung des Motors interessiert. Die elektronische Steuerung könne auch in den umweltfreundlicheren Teil des Spektrums getunt werden – Verbrauchsminimierung statt Leistungssteigerung. Solches „Öko“-Tuning wertet der Insider aber nicht als Trend.

Wer will, kann sein Fahrzeug am Wochenende vor Ort optisch mit Folie tunen lassen. Die persönliche Beratung beim Kauf sei wichtig, denn jedes Auto, obwohl Serienprodukt, sei individuell. „Das Rohmaterial des Bildhauers ist der Steinblock, das des Tuners ist das Auto“, philosophiert Schulz. Mit dem Führerschein begann seine Schwärmerei für diese „Kunstform“.

Er wollte individuell sein und bastelte: Tieferlegen, Hi-Fi, Leder. Er wuchs in die Tuning- Szene hinein. 2005 fand die erste Saarbrücker Tuning Expo statt, Schulz ist seither dabei. „Damals glaubte keiner an die Beständigkeit des Events. Mit dem ersten Film der Reihe ‚The Fast and the Furious’ im Jahr 2001 begann ein echter Tuning- Hype, der wieder abgeebbt ist. Wir haben uns aber gehalten und erwarten auch diesmal wieder um die 30 000 Besucher“, sagt Schulz und fügt an: „Lack, der bei Sonneneinstrahlung die Farbe wechselt, lässt nicht nur Kinder staunen. Die Expo ist mehr als eine Messe. Sie bringt den Besuchern einen Lifestyle nahe.“ Dabei werden schon mal bis zu 100 000 Euro in ein „Fahrzeug“ investiert. Es gebe auch so etwas wie länderspezifische Tuning-Identitäten.

Der Farben schätzende Franzose treffe am Wochenende etwa auf den dezenten Deutschen. Im Show-Teil wird unter anderem ein Lowrider zum Beat der Musik tanzen – ein Auto hüpft rhythmisch, gesteuert wird es durch ein integriertes Pumpensystem.

Tageskarten elf Euro, ermäßigt neun Euro. Öffnungszeiten: Freitag: 15 bis 21 Uhr, Samstag: 10 bis 20 Uhr, Sonntag: 10 bis 18 Uhr.

www. tuningexpo.de

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