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Cirrus Airlines am Ende

Saarbrücken. Die Saarbrücker Fluggesellschaft Cirrus Airlines ist Geschichte. Die geplante Übernahme von großen Teilen des insolventen Unternehmens durch die Regionalfluggesellschaft OLT Express Germany, die fast unter Dach und Fach war, ist doch noch gescheitert. „Die Verhandlungen sind geplatzt“, sagte gestern ein OLTSprecher. Gründe dafür nannte er nicht. Konkreter wurde der vorläufige Insolvenzverwalter Jochen Eisenbeis. Die Bremer Airline habe sich mit Kündigungsschutzklagen von Piloten konfrontiert gesehen.

Das Risiko, dass „sich die Arbeitnehmer, die nicht übernommen werden können, einklagen“, sei OLT zu groß gewesen, sagte der Saarbrücker Rechtsanwalt. Dieses Argument sei ihm von dem Unternehmen genannt worden. In der Branche wird aber auch spekuliert, dass OLT ein anderes Übernahmeobjekt im Visier habe, die Regionalfluggesellschaft Contact Air, die am Saarbrücker Flughafen ihre Maschinen wartet. OLT hatte Anfang April angekündigt, die Cirrus-Sparten Marketing, Vertrieb und Technik übernehmen zu wollen und 100 Mitarbeiter weiterzubeschäftigen. Rund 120 Piloten und Besatzungs-Mitgliedern hatte der Insolvenzverwalter Ende März gekündigt. Allerdings hatte OLT ihnen neue Jobs in Aussicht gestellt. Eisenbeis zufolge waren die Übernahmeverträge am vergangenen Donnerstag unterschriftsreif. Nachdem OLT abgesprungen ist, steht Cirrus Airlines vor der Zerschlagung. Im Januar war der Flugbetrieb bereits eingestellt worden.

Die Chance, dass die Flugzeugbesatzungen unter OLT eine neue Zukunft bekommen, besteht jetzt nicht mehr. Die 120 Arbeitsplätze sind verloren. Die Mitarbeiter der Flugzeugwerft können aber hoffen. „Ein polnisches und ein niederländisches Unternehmen sind interessiert, die Technik zu übernehmen“, sagte Eisenbeis. Bis Ende Mai soll eine Lösung gefunden sein. „Alle Mitarbeiter, die ich nicht benötige, werden nun freigestellt“, sagte Eisenbeis. Das betrifft die meisten der noch verbliebenen etwa 100 Mitarbeiter.

Gekündigt seien sie damit noch nicht, erklärte er. Das entscheide sich erst, wenn die Gespräche mit den an der Techniksparte interessierten Unternehmen abgeschlossen seien. Für 28 Beschäftigte gibt es laut Eisenbeis aber eine Zukunft. Er habe kürzlich einen Dienstleister für Airlines aus dem insolventen Unternehmen heraus gegründet. Diese neue Gesellschaft, MIP Service & Travel GmbH, werde von der früheren Cirrus-Geschäftsführerin Ingrid Schultheis und ihrem Mann Michael übernommen, sagte Eisenbeis.
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