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City-Center Völklingen: Baubeginn wieder verschoben

Aufgeschoben: Spätestens am 1. April 2014 soll der Investor die Bagger am Ex-Kaufhof anrücken lassen.

Aufgeschoben: Spätestens am 1. April 2014 soll der Investor die Bagger am Ex-Kaufhof anrücken lassen.

Der Völklinger Stadtrat hat am Donnerstagabend die Frist für den Baubeginn beim City-Center um neun Monate verlängert. Damit erhält der Investor Gelegenheit, bis zum 1. April 2014 mit der Umsetzung seiner verkleinerten Version zu beginnen. Die Verkaufsfläche soll von ursprünglich 9500 auf 6000 Quadratmeter schrumpfen.

Spätestens am 14. Juni hätten nach bisheriger Vertragslage die Abrissarbeiten am Ex-Kaufhof und im Umfeld beginnen müssen. Sonst hätte die Stadt vom Kaufvertrag für ihren Geländeanteil zurücktreten können, aber auch die Kaufsumme von mehr als einer Million Euro zurückerstatten müssen. Sprecher der Ratsfraktionen wie Erik Kuhn (SPD) und Stefan Rabel (CDU) machten deutlich, sie erwarteten, dass das Projekt „nun mit Hochdruck vorangetrieben“ werde. Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU), der in der Sitzung Oberbürgermeister Klaus Lorig (ebenfalls CDU, in Urlaub) vertrat, betonte: „Wir müssen denen wirklich auf den Eisen bleiben.“

Bintz meinte die Fondsgesellschaft Patron Dieter II, die beim Projekt von der Main Asset Management GmbH (Sitz Dreieich, Nähe Frankfurt) vertreten wird. Nach (früheren) Angaben von Oberbürgermeister Lorig sind von dort bereits inklusive der Grundstückskäufe von Privat sechs Millionen Euro nach Völklingen geflossen. Bintz: „Das ist der Druck, der auf dem Investor lastet.“ Schon am 2. April vergangenen Jahres hätten die Abrissarbeiten am Ex-Kaufhof beginnen sollen. Im Juli 2012 hatte der ursprüngliche Projektentwickler, die norddeutsche Immobiliengesellschaft GWB, Insolvenz angemeldet.

Zwei Stadtratsmitglieder wollten nun bei der Fristverlängerung nicht mehr mitmachen. Manfred Jost (Grüne) sagte wörtlich: „Das Prinzip Hoffnung ist gestorben.“ Es sei an der Zeit, nachzudenken, sich von dem Projekt zu verabschieden. Auch Arno Federspiel (SPD) enthielt sich der Stimme. Ein „Plan B“ für die Innenstadt, so Federspiel, sei längst überfällig. „Dem Investor ist es schnurzegal, wie wir entscheiden. Der rechnet“, sagte der pensionierte Bank-Prokurist. „Heute stimmen wir noch einmal zu“, warnte Paul Ganster von den Linken. Auch die FDP sagte Ja, aber Fraktionschefin Denise Baldauf fügte hinzu: „Es ist nicht so, dass wir den Bau auf jeden Fall wollen.“ SPD und CDU verbanden ihr Ja mit Bedingungen. „Wir erwarten eine regelmäßige Information des Rates und der Öffentlichkeit über den Fortgang“, sagte Stefan Rabel. Erik Kuhn forderte die Stadtverwaltung auf, „aufzuzeigen, was es bedeutet, wenn der Investor in neun Monaten nicht begonnen hat“.

Rückschau

Bereits im Januar hatte ein Plan B im Raum gestanden. FDP und Grüne hatten damals angeregt, eine Verlagerung des Berufsbildungszentrums in die Innenstadt zu prüfen. OB Lorig hatte mit den Worten abgewinkt: „Wo ein City-Center hinkommt, kann keine Schule hin.“ Die SPD wollte nun erfahren, seit wann die Verwaltungsspitze von den Schwierigkeiten wusste. Dies war in Abwesenheit Lorigs nicht zu klären. er

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