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Collegium Vocale eröffnet ,,Euroclassik” in Blieskastel

Nachrichten aus der Region Homburg.

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Blieskastel. Mit opulenter Chormusik, Haydns Missa Sanctae Caeciliae sollte das Collegium Vocale Blieskastel das Musikfestival Euroclassic in der Schlosskirche Blieskastel eröffnen. Doch zunächst mussten sich Zuhörer und der Chor gedulden: Eva Leonardy, eine der Solistinnen des Abends, schickte zwei lateinische Lieder von Hildegard von Bingen, die im nächsten Jahr heiliggesprochen wird, voraus. Faszinierende einstimmige Melodien waren das, bei denen sie sich mit Klangstäben und Gong selbst begleitete – dennoch irritierte die „Eine-Frau- Aktion“ zu Beginn manchen, wirkte sie doch wie ein noch dazu unangekündigter Fremdkörper in einem Chorkonzert.

Mit klaren, mächtigen Tönen, die lange ausgehalten werden, präsentierte dann das Collegium Vocale Blieskastel unter der Leitung von Christian von Blohn den Anfang des „Kyrie eleison“ aus Haydns Cäcilienmesse. Der einheitliche Klang fasziniert sofort, die Stimmen fügen sich zu einem runden Ganzen. Auch in dem schnellen Allegro-Teil, der darauf folgt, trübt sich der Eindruck nicht: Hingebungsvoll musiziert der Chor, in den kontrapunktischen Passagen werden schöne Phrasierungen hörbar. Insbesondere die starken dynamischen Gegensätze bereiten beim Zuhören Freude.

Eine freudig erregte Eva Leonardy fügt sich beim „Gloria“ als Sopran-Solistin ein. Weniger ausgefeilt stellt sich das Streichquartett aus Mitgliedern der Deutschen Radio Philharmonie dar, das den Chor begleitet, verstärkt durch einige Bläser und Kontrabass. Die Musiker kleben weitgehend an den Noten; eine gemeinsame musikalische Idee überträgt sich kaum.

Unter den Gesangssolisten hat Tenor Steffen Kohl am meisten zu tun, dessen Stimme in den höheren Passagen rauh und etwas heiser klingt, sich im Verlauf des Konzerts aber steigert. Im „Credo“ bieten die Altistin Angela Lösch und der Bassist Christian Heib einen intensiven Wechselgesang. Der Star des Abends aber ist der Chor: Bis zum Ende zeigt er keinerlei Ermüdungserscheinungen. Die heilige Cäcilia, in Italien eine beliebte Volksheldin, kann sich freuen. Nassgeschwitzt, aber glücklich verlassen die Sänger fast eineinhalb Stunden später die Schlosskirche.

:: www.festival-euroklassik.de

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