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Comedian Bastian Pastewka liest am 9. November in Neunkirchen

Bastian Pastewka kommt nach Neunkirchen. Foto: dpa</p>

Bastian Pastewka kommt nach Neunkirchen. Foto: dpa

Herr Pastewka, Sie und Autor Chris Geletneky haben sich auf ungewöhnliche Art kennengelernt, als er hinter Ihrem Auto mit seinem Motorrad umgefallen war und sich unbeholfen wie er war, nicht mehr befreien konnte. Wie erinnern Sie sich an die Situation damals?

Bastian Pastewka : Ich werde sie nie vergessen: Als ich Chris kennenlernte, habe ich ihm an diesem Tag auch das Leben gerettet. Wir verließen zeitgleich ein schlichtes Studio im dunklen Kölner Westen. Ich bot ihm an, ihn mitzunehmen, weil es dunkel wurde, aber er sagte, er käme klar. Also ging ich in meinen Wagen und wollte losfahren, als ich einen mächtigen Schrei hörte und im Rückspiegel ein Motorrad und einen rundlichen Mann mit Helm wie einen Sack umfallen sah. Chris hatte vergessen, das Schloss und irgendeine Bremse zu lösen und die Maschine lag nun auf ihm. Erst als er versprochen hatte, für mich „Pastewka“ zu schreiben, hab' ich das Motorrad aufgehoben und ihn nach Hause gefahren.

Zwischenzeitlich sind Sie befreundet, haben öfter zusammengearbeitet. Ihre Serie „Pastewka“ und die „Wolfgang und Anneliese“-Shows mit Anke Engelke resultierten daraus, für die Geletneky die Texte schreibt. Worin liegen seine besonderen erzählerischen und humoristischen Stärken?

Pastewka: Seine „Midlife-Cowboy“-Geschichte ist sehr komisch, aber eben auch eine Balance zwischen Tragik und Komik. In seinen Fernseharbeiten dagegen ist Chris meist hemmungslos albern, im positiven Sinne. Die Figuren, die er über die Jahre für Anke oder mich entwickelt hat, sind alle aus überbordender Lust auf groben Unfug entstanden. Und: Chris argumentiert immer für die Pointe und seine Schauspieler, nie für seine Position als Erfinder oder Head-Autor.

Wie kam die Idee zustande, dass Sie mit einer Lesung aus seinem Buch auf Tour gehen, was reizt Sie an der Interpretation des Romans?

Pastewka: Ich glaube, Chris mag meinen Schnack und hatte mich beim Schreiben seiner Figur Tillmann Klein, die er in eine saftige Midlife-Krise rutschen lässt, auch ein wenig vor seinem geistigen Auge. Natürlich hat er mir nur gestattet, seinen Roman als Hörbuch einzulesen, weil ich mich unangenehm aufgedrängt habe. Und als das Hörbuch da war, haben wir obendrauf eine kleine Lese-Reise veranstaltet.

Auf was können sich die Besucher Ihrer Lesung in Neunkirchen freuen?

Pastewka: Die Show ist keine staubtrockene Lesung, ich arbeite auch mit Licht- und Soundeffekten, damit man sich die Zusammenhänge plastisch vorstellen kann. Und falls es langweilig wird, spiele ich Musik-Raten mit dem Publikum. Ich lese eine Spezialfassung des Romans „Midlife Cowboy“, die die Highlights der Geschichte bündelt. Zwei Stunden mit Pause sind mein Ziel, aber in Neunkirchen möchte ich heftig überziehen.

Sie sind vor allem als Schauspieler und Komiker aus Film und Fernsehen bekannt. Auf Tour gehen Sie aber etwa mit dem Live-Hörspiel „Paul Temple und der Fall Gregory“ oder jetzt der Lesung. Planen Sie für die Zukunft mit ähnlichen Projekten zu touren, oder können sich die Fans beispielsweise auf ein „Pastewka live“ freuen?

Pastewka: „Paul Temple“ war ein Herzensprojekt, das wir zwischen 2013 und 2015 rund 120 Mal auf die Bühne gebracht haben. „Midlife Cowboy“ wird 2016 zu Ende gehen. Aber was „Pastewka live“ angeht, bringen Sie mich auf eine Idee…

Ihre Rollen sind meist sehr lustig angelegt, als Jochen Lehmann in der ZDF-Serie „Morgen hör' ich auf“ waren Sie hingegen Charakterschauspieler. Was war Ihr Ansporn für diesen Wechsel und wie haben Sie auf die positiven Reaktionen der Kritiker reagiert?

Pastewka: „Morgen hör' ich auf“ war ein großes Geschenk, und die Arbeit daran von vorne bis hinten durch die Bank angenehm. Der Ansporn bestand in der Tatsache, dass zwar nicht meine Rolle, aber der Ablauf der Ereignisse skurril, überraschend und eben auch sehr komisch daher kam. Der Zuschauer wusste manchmal nicht, ob er mit den Lehmanns lachen oder weinen sollte. Das haben uns die Kritiken auch bestätigt, was mich sehr gefreut hat. Inzwischen wird die Serie unter dem Namen „Tomorrow I quit“ bei internationalen Streaming-Diensten angeboten, und seitdem stehen auch die Social-Media-Nutzer an unserer Seite.

Sie sind bekannt und beliebt für Ihren Humor und Ihre lockere Art. Was sind Situationen, in denen selbst Sie genervt sind und Ihre Lockerheit verlieren?

Pastewka: Meine Frau wird Ihnen bestätigen, dass meine Lockerheit auch manchmal Anlass zum Verzweifeln sein kann. Genervt bin ich meistens von mir selber; speziell wenn ich bei schnellen Entscheidungen voll daneben greife, was im Grunde dauernd vorkommt. Überdies kann ich sehr ungeduldig, reizbar, einsilbig und bescheuert sein. Diese unschönen Eigenschaften halfen übrigens einst meinen geschätzten „Pastewka“-Autoren, und sie nutzten sie Folge für Folge.

Was sind typisch-nervige Fragen, die Sie bei Interviews am liebsten immer überspringen würden?

Pastewka: Die Top-5 der am häufigsten gestellten Fragen an mich sieht so aus: „Waren Sie auch früher schon adipös?“, „Waren Sie ein Klassenclown?“, „Wie sieht das typische Pastewka-Frühstück aus?“, „Feiern Sie Weihnachten mit Braten oder ohne?“, „Wann gehen Sie denn mal ins Dschungelcamp?“. Und die lustigste Frage, die ich jemals gestellt bekommen habe, lautete ganz ohne Zweifel: „Machen Sie immer noch Quiz, Herr Pilawa?“

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