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„Da geht schon einiges über den Tisch“

Schenken oder nicht schenken, das ist heute die Frage. Am Valentinstag trifft Erwartungshaltung auf Planlosigkeit. Letzteres hat bei unserer  Umfrage in der St. Ingberter Fußgängerzone auch Marcel Scheid (17) gepackt, der gerne freiwillig seine Liebste beschenkt. Auf frischer Tat haben wir ihn bei der Geschenkesuche erwischt. Dunja Salm (17) ist schon gewappnet und sie war kreativ. Ihren Freund erwartet heute eine Bilder-Collage mit Fotos von den beiden. Roberto Pertoldi (51) ist zu Besuch in St. Ingbert und wohnt eigentlich in Mexico City. „Die Person, der ich was schenke, ist dort“, sagt er. Von seiner Reise bringt er Kleidung mit, die es dort nicht zu kaufen gibt – man würde eher von Mitbringseln als von Valentinstagsgeschenken sprechen. Horst Morgenthal (64) geht den Valentinstag klassisch an: „Ich verschenke meistens Blumen“, sagt er, vorzugsweise rote Rosen.

Aber auch Valentinstag-Verweigerer gibt es in St. Ingbert etliche. Hiltrud Chodorski (62) und Tochter Katharina (25) „halten nicht so viel davon. Das ist Geldmacherei“, sagt die Mutter. „Geschäftemacherei“ nennt es Ursula Heller (73): „Früher hat es das auch nicht gegeben.“ Viel besser sei es „zwischendurch mal was zu verschenken“, sagt Heike Jachmann (52), „dann ist die Überraschung umso größer.“ Erschwerend hinzu, dass Geschenkartikel an diesem Tag teurer sind als normal, sagt sie. Valentinstag „abgeschafft“ hat auch Ayfer Sen-Eifler (44). Sie schenkt nur noch an Tagen wie Weihnachten, Ostern, Geburtstag – vor allem „für das Kind“, ihren Sohn Keano Berkay (5). Früher habe sie ihrem Liebsten oft etwas geschenkt, sie selbst habe meist Rosen bekommen. Ebenso beschenkt Torsten Zender (33) seine Freundin nicht, „das haben wir so vereinbart“. Und das hat auch einen Grund: Sein Großvater, ein Florist, habe gesagt, dass Blumen an diesem Tag doppelt so viel kosten und sich nicht so lange halten. Deshalb schenkt Torsten Zender seiner Freundin auch gerne einfach so mal Blumen.

Björn Martin vom Blumengeschäft mit demselben Namen kauft für seinen Laden etwa 1000 rote Rosen für den Tag der Verliebten. Die kämen aus Holland und wurden am Mittwoch geschnitten, erzählt er. Doch das sei nicht überall der Fall. Da die Nachfrage nach roten Rosen an genau diesem Tag auf der ganzen Welt so hoch ist, würden auch Blumen aus Afrika importiert, so Martin. In der Tat hielten diese sich auch nicht so lange, da sie schon einen weiten Weg hinter sich haben. Die hohen Preise am Valentinstag hingen laut Martin an dem bereits sehr hohen Einkaufspreis für Blumenläden. Kein anderer Tag im Jahr sei vergleichbar, sagt er. Denn beispielsweise Muttertag falle in den verschiedenen Ländern der Welt auf unterschiedliche Termine.

Für Verschenk-Freudige kommen aber auch andere Produkte infrage. Die St. Ingberter Läden reagieren auf diese Nachfrage. Bei Geschenk-Ideen Cado läuft alles mit Herz-Motiven gut, erzählt Inhaberin Sabine König. Aber auch Produkte mit Schutzengel-Motiv auf Lesezeichen oder Schlüsselanhängern werden gerne gekauft. Sabine König hat rund um diesen Tag „viele Männer, die reinkommen“. Zugreifen werden vermutlich auch viele wieder bei Schokolade oder Backwaren, beispielsweise in der Bäckerei Bost. Hier wird mit Gebäck in Herzform Geschäft gemacht. Bäckereifachverkäuferin Bost sagt: „Da geht schon einiges über den Tisch.“

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