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Da ist der Wurm drin – Kartoffelernte in Gefahr

Das Verbot eines Pestizids setzt Kartoffelbauern zu – und ebnet Schädlingen den Weg. Foto: dpa

Das Verbot eines Pestizids setzt Kartoffelbauern zu – und ebnet Schädlingen den Weg. Foto: dpa

Der Drahtwurm könnte den Pfälzer Kartoffeln dieses Jahr besonders gefährlich werden. Denn ein Gift, mit dem der Schädling bislang von Bauern bekämpft wurde, ist seit diesem Jahr verboten. „Wie schlimm das wird, ist Spekulation“, sagte Peter Schmitt von der Erzeugergemeinschaft der Pfälzer Kartoffeln in Neustadt. „Uns fehlen jetzt Bekämpfungsmöglichkeiten.“

Konkret geht es um „Goldor Bait“, das seit diesem Jahr nicht mehr zugelassen ist. In den Jahren 2010 bis 2015 hatte der Hersteller BASF nach eigenen Angaben jedes Jahr eine beschränkte Zulassung für Notfallsituationen erhalten. Damit war „Golder Bait“ für eine 120-Tage-Anwendung zur Bekämpfung des Drahtwurms in der Kartoffel erlaubt. Nach einer sechsjährigen Phase der Notfallgenehmigungen seien weitere gesetzlich nicht mehr möglich gewesen.

Es gab anschließend von den Behörden folgerichtig keine Regelzulassung für „Goldor Bait“. Grund war nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, dass der Rückstand von Pestiziden in Kartoffeln von 2016 an nur noch halb so hoch sein darf wie bislang. Die neuen Grenzwerte könne man bei der Anwendung von „Goldor Bait“ nicht einhalten, teilte BASF mit.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung will sich nach Angaben des Umweltministeriums für die Entwicklung nicht-chemischer Alternativen einsetzen. Zum Beispiel könnten bestimmte Senfsorten bei ihrer Zersetzung im Boden Drahtwürmer töten. Bisher läge der Wirkungsgrad aber nur bei 50 Prozent.

Auch der „Bodenpilz“ stecke noch im Versuchsstadium. Dabei wird ein für den Drahtwurm krankheitserregender Pilz in einen Köder verpackt. Das könnte auch im Bioanbau verwendet werden. Es dauere jedoch noch ein paar Jahre, bis das Produkt einsatzfähig sei. Ansonsten empfiehlt das Ministerium, den Boden mit Fräsen zu bearbeiten und mit Kalkstickstoff zu düngen. Drahtwürmer sind Larven von Käfern aus der Familie der in Deutschland heimischen Schnellkäfer.

Auch im Saarland bringt das Verbot des Pflanzenschutzmittels „Goldor Bait“ voraussichtlich Probleme mit sich. Im Vergleich zu Rheinland-Pfalz gestalten sich diese jedoch als weniger drastisch. Grund dafür ist der vergleichsweise geringe Anbau von Kartoffeln hier im Land. Laut den Kurzinformationen des Statistischen Amtes des Saarlandes zur Landwirtschaft wurden im Jahr 2014 lediglich 132 Hektar mit Kartoffeln bepflanzt. Für Betriebe, die sich auf den Anbau von Kartoffeln spezialisiert haben, wäre der Verlust jedoch wesentlich schwerer zu verschmerzen. Bereits im letzten Jahr mussten rund 30 Prozent der angepflanzten Kartoffeln aufgrund von Drahtwurmbefall aussortiert werden.

„Drahtwürmer sind nicht giftig, sie fressen sich lediglich durch die Kartoffeln und hinterlassen unschöne Löcher“, sagte Theresia Croon, Kreisvorsitzende im Bauernverband Saarlouis und selbst im Kartoffelanbau tätig. Diese durchlöcherten Kartoffeln seien dann nicht länger für den Verkauf geeignet und können nur noch als Futter für Schweine oder Rinder genutzt werden. Da diese Verwendung allerdings nicht Ziel der Kartoffelbauern sei, komme es unvermeidlich zu Verlusten.

Da im Saarland im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz so gut wie keine Frühkartoffeln angebaut werden, sind die Kartoffeln für dieses Jahr noch nicht angepflanzt. „Es ist noch zu früh um eine Prognose über die diesjährige Kartoffelernte abzugeben“, sagte der Geschäftsführer des Bauernverbandes Saar, Hans Lauer. Deswegen lasse sich jetzt auch noch nicht sagen, wie stark der Befall von Drahtwürmern überhaupt sein werde.
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