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Damen-Wahl am Taxi-Stand: Auf Wunsch schickt Taxi-Genossenschaft Kundinnen auch eine Fahrerin

Ein harter Tag geht zu Ende. Frau ist hundemüde und will schleunigst, bequem und sicher nach Hause – ohne im Bus dämlich angequatscht zu werden. Was tun? Taxi rufen! Gute Idee. Aber alleine mit einem Mann am Steuer im Auto – das ist für einige Frauen unangenehm.

Wählen Frauen im Regionalverband die 33033, werden sie auf Wunsch von einer Frau gefahren. „Diesen Service nehmen nicht nur Nachtschwärmer in Anspruch, sondern auch ältere Damen, die ihre alltäglichen Besorgungen erledigen wollen“, sagt Wolfgang Ramm, Geschäftsführer der größten Taxi-Genossenschaft in Saarbrücken . „Immer wieder bestellen sich Frauen ausdrücklich eine Fahrerin“, erzählt Ramm. Ihren Wunsch kann das Team fast immer erfüllen. Die Taxi-Genossenschaft ist nämlich gut aufgestellt. 67 Taxi-Unternehmer haben sich angeschlossen. Damit stehen 124 Fahrzeuge und zwischen 300 und 500 Fahrer zur Verfügung. Zirka 10 Prozent von ihnen sind weiblich. Wählt eine Kundin die Nummer, geht ihr Anruf in der Telefonzentrale in der Ursulinenstraße ein. Von dort aus leiten die Mitarbeiter den Auftrag über Sprechfunk an die nächste freie Fahrerin weiter.

Diese Möglichkeit hat nicht jede Genossenschaft. Unter der 55000 oder der 41919 erreicht der Kunde die zweite Saarbrücker Taxi-Genossenschaft. Ihr gehören 16 Unternehmer an mit insgesamt 18 Fahrzeugen. Auch dort versuchen wir, ein Taxi mit einer Fahrerin zu bestellen. Das gestaltet sich schwierig. Wer eine der Nummern wählt, landet nämlich direkt bei einem der Fahrer im Taxi. Der sagt uns, dass es derzeit nur eine Frau im Team gibt. Wann die wieder frei ist, könne er nicht sagen.

In Quierschied gibt's nur ein Taxi-Unternehmen. Das gehört Rolf Lippert. Auch für ihn ist es gar nicht so einfach, eine Fahrerin zu schicken. „Ich habe viel zu wenige Fahrer, sowohl Frauen als auch Männer. Trotz Ausschreibungen findet sich niemand“, sagt er.

In Kleinblittersdorf sieht es ähnlich aus. Dort gibt es zwei Taxi-Unternehmen: Schlicker und Erhardt. Letzteres ist seit über 50 Jahren in Familienbesitz. „Viele Kunden haben bei uns ihren Lieblingsfahrer, den sie sich am Telefon wünschen“, sagt Inhaberin Christiane Spieles, die auch selber fährt – und so natürlich auch Frauen den Wunsch nach einer Fahrerin erfüllen kann. „Vielen unserer Kunden ist aber einfach nur wichtig, dass sie die Türen geöffnet kriegen oder der Fahrer ihren Einkauf ins Haus trägt“, sagt Spieles. Und nichts sei wichtiger als dankbare und zufriedene Kunden .

Damit Frauen nachts sicher nach Hause kommen, haben andere Städte, wie zum Beispiel Heidelberg, ein Frauen-Nachttaxi eingerichtet. Die Fahrerinnen sind dann die ganze Nacht ausschließlich für Frauen im Einsatz. Sie bringen ihre Kundinnen nach Hause und warten so lange, bis sie sicher in der Wohnung sind. Dieses Konzept konnte sich Wolfgang Ramm vor einigen Jahren auch gut für Saarbrücken vorstellen. Er hörte sich bei Frauen im Regionalverband um, wie groß der Wunsch nach diesem Angebot sei.

Das erwartete Interesse der Frauen blieb allerdings aus. Die Idee war schnell wieder vom Tisch. Auch wenn sich das Frauen-Nachttaxi nicht durchsetzen konnte – wer Glück hat, erwischt ein Taxi-Unternehmen, das eine Frau am Steuer schicken kann.
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