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Darum lieben die Saarländer „Rigatoni-Toni“ am St. Johanner Markt

Guuuuder!

Guuuuder!

Hinter dem Verkaufsfenster steht Alex, der die Hungrigen mit Rigatoni, Tortellini und Pizza versorgt. Alex ist einer von 16 Mitarbeitern des „Rigatoni-Toni“, der eigentlich Christoph Thamm heißt. Bei seinem Vorgänger war er als Aushilfe tätig. „Am Tag der Eröffnung im Jahr 1978 wurden 271 Mark eingenommen“, erinnert er sich.

Die Qual der Wahl?
Alles läuft hier routiniert. Eigentlich müsste Thamm sein Angebot gar nicht gar nicht mehr auflisten. Wer hierherkommt weiß, was es gibt. Bei nur drei Gerichten muss niemand lange überlegen. Und so genügt ein aufforderndes Nicken des Verkäufers, und die Hungrigen geben ihre Bestellungen auf. Eine davon ist die 23-jährige Nilgün, die als Vegetarierin natürlich Rigatoni bestellt, für ihren Freund lässt sie ein Stück Pizza einpacken.

Auf die Frage, ob sie öfter hier esse, antwortet sie: „Ganz ehrlich: Ich bin ständig hier. Ich wohne um die Ecke und habe meistens keine Lust zu kochen. Es ist mir fast peinlich, aber mittlerweile kenne ich die meisten Verkäufer sogar schon mit Namen.“

Nur frische Produkte
Die 31-jährige Katrin ist seltener hier. Kurzfristig haben sich die drei für einen Snack entschieden. „Den Rigatoni-Stand kennt man sogar bei uns in Trier, erzählt ihre Freundin Julia. Tatsächlich verwendet Thamm für seine Produkte nur frische Zutaten.

„Fertigzeug aus der Packung gibt es bei uns nicht“, sagt er und klingt dabei ein bisschen stolz. Am späten Abend findet auch ein Obdachloser den Weg zum Rigatoni-Stand. Aus einem alten Pappbecher kramt er ein paar Münzen hervor. Seine Meinung zum Rigatoni-Stand: „Naja, es ist der einzige Ort, wo ich mir was Warmes zu essen leisten kann und davon auch noch satt werde“, sagt er und lacht. Nirgendwo sonst kommen so unterschiedliche Menschen zum Essen zusammen wie hier.

Das Geheimnis
Als der St. Johanner Markt noch als Rotlichtviertel galt, war der Rigatoni-Stand dessen einziger Essensverkauf. Christoph Thamm arbeitet auch heute noch an sechs Tagen pro Woche am Stand. Es ist ihm gelungen, aus dem Überbleibsel vergangener Tage eine feste Institution am modernen Markt der Bars und Restaurants zu machen. Sein Rezept: „Den Stand immer so lassen, wie er ist.“

Mit Verwendung von SZ-Material (Gerrit Scherer).

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