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„Das Nauwieser Fest ist ein jährliches Muss“

Nauwieser Fest.

Nauwieser Fest.

Aufgrund steigender Kosten und schwindender Sponsoren ist die Zukunft des Nauwieser Festes noch ungewiss. Mehrere tausend Euro fehlen den Veranstaltern, um das Fest stattfinden lassen zu können (wir haben berichtet). Die Meinung der Saarbrücker geht deutlich in eine Richtung: Das Fest gehört zur Landeshauptstadt dazu. So sieht das auch Diana Rode. „Das Nauwieser Fest ist meiner Meinung nach ein integraler Bestandteil der Festkultur Saarbrückens. Und ich glaube nicht, dass ich die Einzige bin, die das so sieht“, sagt die Saarbrückerin. Sie sei schon des Öfteren mit ihren Freunden auf dem Fest zu Gast gewesen. Damit auch die Kneipenbesitzer etwas zu dem Fest dazusteuern können, hält die 26-Jährige eine Erhöhung der Preise für eine geeignete Lösung: „Wenn man in dem Zeitraum die Getränke nur etwas erhöht und den Gästen den Grund auch nennt, denke ich, dass niemand etwas dagegen hätte. Es wäre ja gewissermaßen für einen guten Zweck“, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Christin Meißner hingegen fände eine Abschaffung des Festes nicht so schlimm: „Für mich sind Stadtfeste immer ziemlich nervtötend. Sicherlich schlendert man gerne mal tagsüber an den verschiedenen Ständen vorbei und isst dort etwas mit Freunden. Aber gegen Abend wird es mir da immer zu voll und auch zu eng.“ Die 24-jährige Visagistin glaubt nicht, dass die Streichung des Events eine Minderung für das Ansehen des Viertels wäre. „Es wird bestimmt viel an diesem Wochenende eingenommen. Aber auch ohne das Fest ist in der Gegend immer viel los, und das wird wohl auch künftig so bleiben“, sagt Meißner.

Studentin Janna Gerdes ist der Meinung , dass das Stadtteilfest das Viertel überhaupt erst ausmache und ein wichtiger Treffpunkt für die Saarbrücker sei. „Ich war schon öfter mit meinen Freunden auf dem Fest, weil ich dem dort vertretenen Verein WiWo Kuchen zum Verkauf spende. Von daher wäre es echt schade, wenn die Veranstaltung nicht mehr stattfindet“, sagt die Studentin. Sie wäre auch bereit, Geld dafür zu zahlen. „Es würde keinem schaden, wenn die Veranstalter ein bis zwei Euro Eintritt von den Besuchern verlangen. Ich denke, dass die meisten das sogar verstehen“, sagt die 34-Jährige. Abiturient Erik Hoffmann versteht zwar die Gründe der Veranstalter, das Fest eventuell kippen zu müssen, ist sich aber sicher: „Gerade bei den neuesten Geschehnissen kann ich verstehen, dass man immer mehr für Sicherheit auf Festen ausgeben muss. Aber würden die Veranstalter an die Öffentlichkeit gehen und ihr Anliegen preisgeben, glaube ich schon, dass sie mehrere Sponsoren finden würden.“ Der 19-Jährige ist aber guter Dinge, was die Sicherung und Weiterführung des Festes angeht, denn: „Ich denke, dass die meisten aus meinem Freundeskreis gegen eine Abschaffung des Events sind. Denn gerade für die jüngere Generation ist das Nauwieser Fest ein jährliches Muss.“

Der Inhaber des Nauwieser Cafés „Weckche am Eckche“, Christoph Linz, war schockiert, als er von Freunden über das eventuelle Aus des Festes informiert wurde: „Eigentlich wollten wir dort beim nächsten Mal mit unserer Band auftreten. Aber das ist demnach leider noch nicht sicher.“ Für Linz ist das Fest das schönste und wichtigste Fest in Saarbrücken . „Im Verhältnis zu der Besucherzahl des Festes ist die von den Veranstaltern benötigte Summe wirklich nicht hoch. Die Stadt sollte weniger in die Popularität des Saar-Spektakels investieren und mehr in das kleinere, traditionelle Nauwieser Fest“, sagt der 47-Jährige. Ginge es nach dem Inhaber, sollte man vermehrt die größeren Firmen in und um Saarbrücken als Sponsoren werben und bei einer höheren Summe den Landwehrplatz zu der Veranstaltung hinzuziehen.

Erzieherin Alexandra Mönch liegt das Fest sehr am Herzen. „Seit ich klein bin, habe ich jedes dieser Feste miterlebt. Es ist praktisch Teil meiner Kindheit. Es war immer eine Bereicherung für das Viertel und jeder, der nicht aus Saarbrücken kommt, verbindet das Quartier damit“, erklärt die 23-Jährige. Gerade die abwechslungsreichen Stände und die gemütliche Atmosphäre würden Mönch jedes Jahr auf die Quartiersveranstaltung ziehen. „Wenn die Kosten immer weiter steigen, muss man irgendwann ja auch Angst haben, dass das Altstadtfest auch noch abgeschafft wird. Ich hoffe wirklich, dass die Veranstalter die benötigte Summe noch zusammentrommeln und es eine Möglichkeit gibt, das Fest auch für die nächsten Jahre zu sichern.“  
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