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Das Oblaten-Kloster ist verkauft

Nachrichten aus der Region Saarbrücken.

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Saarbrücken. Eine traurige Nachricht hatte Pater Hermann Esser am vergangenen Sonntagabend im Gottesdienst zu verkünden: Die Tage des Oblaten-Klosters im Rotenbühler Weg 27 und damit auch der Heiligen Messen in dem außergewöhnlichen Bauwerk sind gezählt. Der missionarische Orden, der von Mainz aus geführt wird, hat die Immobilie nämlich zum 1. September verkauft. Über den Erwerber und die Kaufsumme wurde nichts mitgeteilt. Auf Anfrage sagte Pater Andreas Hohn aus Mainz unserer Zeitung, dass der Käufer ein „Investor“ sei, und „etwas bauen“ möchte, das „ganz unspektakulär“ sei. Er habe eine Bauvoranfrage in Saarbrücken gestellt. Im Rathaus wird solch eine unverbindliche Anfrage bestätigt, aber auch dort ist nicht zu erfahren, wer dem Haus am Rotenbühl neues Leben einhauchen will. Nach zuverlässiger Information unserer Zeitung handelt es sich um eine Bauträger-Gesellschaft aus dem Badischen, die sich im Bau von Seniorenwohnhäusern einen Namen gemacht hat. Eine Anfrage wurde noch nicht beantwortet.

Pater Hohn schilderte, dass die Oblaten (die nichts mit Hostienbacken zu tun haben; „Oblaten“, Lateinisch, heißt „darbringen“) das dreistöckige Anwesen schon seit 1991, mit der Rückgabe der Pfarrstelle an die Diözese, neu nutzen oder verkaufen wollten. Es sei aber nie zu Abschlüssen gekommen.

Anlass der Verkaufsabsicht sei die zurückgehende Bedeutung des Ordens, der sich von Standorten trennen müsse, um handlungsfähig zu bleiben. Früher lebten bis zu zwölf Oblaten- Patres in den 30 Zimmern des Saarbrücker Klosters, seit vielen Jahren schlägt sich der allseits geschätzte Hermann Esser allein durch. Wer den dunklen Kirchenraum betritt, dem geben blätternde Farbe und feuchte Luft eine Ahnung, wie es um den Zustand des Gebäudes bestellt sein mag. Andreas Hohn gesteht ein, dass das Haus „ziemlich runtergekommen“ ist. Seit vielen Jahren sei nichts investiert worden.

Das markante Haus mit dem roten Putz im Rotenbühler Weg 27 steht mit dem Eintrag „katholische Vikariekirche Maria von der Immerwährenden Hilfe, Oblatenkloster, 1928 von Moritz Gombert, Einzeldenkmal“ in der Denkmalliste des Saarlandes. Diese Einstufung steht einer beliebigen neuen Nutzung oder gar einem Abriss entgegen. Ein Kauf-Interessent, der nicht zum Zuge gekommen war, berichtete unserer Zeitung, dass er mit Gleichgesinnten ein Alters-Wohnprojekt ins Auge gefasst hatte, und zwar in Verbindung mit einem schonenden Umbau. Die Gespräche hätten sich bei einer Kaufsumme von 1,5 Millionen Euro bewegt. Vor wenigen Tagen sei telefonisch mitgeteilt worden, dass ein anderer Bieter den Zuschlag erhalten habe.

Die Nachbarschaft im Rotenbühler Weg beobachtet derweil mit skeptischer Aufmerksamkeit, wer sich des Klosters annimmt. Die jetzige Situation – ein schönes Gebäude mit Park und kaum Publikumsverkehr – gilt als ideal. Seit der Brauer Richard Weber vor drei Jahren die ehemalige Villa Neufang abriss und einen Wohnkomplex bauen wollte, ist die Sensibilität der Bewohner für neue Projekte weiter gestiegen.

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