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Das PreMaBüBa-Opfer und die Lebensretterin



Ottweiler.
Huber: „Mein Leben stand auf Messers Schneide.“ Fünf Mal war seine rechte Gesichtshälfte gebrochen. Dort hatte er einen Schädelbasisbruch vom Auge bis übers Ohr zum Gleichgewichtsorgan. Dermaßen hatten ihn zwei junge Männer (20 und 23) nach der Fastnachtsparty PreMaBüBa vor der Saarbrücker Congresshalle am 3. Februar 2008 malträtiert.
 
Es war 4.30 Uhr, als sie den Mann aus Ottweiler brutal zu Boden prügelten, wie besessen auf seinen Kopf eintraten. Kurz zuvor hatten die Angreifer eine Frau (29) und ihren Begleiter (30) geschlagen. Als Huber schlichten wollte, richtete sich die ganze Gewalt der beiden Männer gegen ihn. Huber lag zehn Tage im Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg, anfangs sogar auf der Intensivstation. Dann kam der Schwerverletzte zur Rehabilitation in die St. Wendeler MediClin-Bosenberg-Kliniken. Erst sechs Monate nach dem schrecklichen Ereignis konnte Huber wieder arbeiten. „Am Anfang nur ein paar Stunden täglich.“

Huber war im November erneut im Krankenhaus. „Die Platten, die zur Stabilisierung der Knochenbrüche im Jochbein und der Stirn eingesetzt waren, wurden rausoperiert.“ Ende Januar stand eine Kernspintomografie an. Dabei werden mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen innere Organe untersucht. Die Ärzte stellten fest: Die Hirnblutungen hatten erst zehn Monate nach dem Angriff aufgehört. Huber: „Aber Teile des Gewebes sind für immer zerstört.“ Der sportliche Mann leidet darunter. Huber: „Ich habe Probleme mit dem Gedächtnis und bei der Artikulation. Mir fallen Wörter nicht ein, obwohl ich weiß, dass ich sie kannte.“

An den Übergriff kann sich der Chef einer Kirkeler Maschinenbau-Firma nicht erinnern. Huber: „Ich kenne die Geschichte nur so, wie sie mir erzählt wurde.“ Die Schläger erkennt er ebenfalls nicht wieder. Vielleicht sei das gut so, fügt er hinzu. Denn das helfe, psychisch unbelastet zu sein. Dennoch hat Huber seine Konsequenzen aus dieser Erfahrung gezogen: „Ich stelle nicht mehr die Arbeit in den Mittelpunkt. Ich habe erfahren, wie schnell sich das gewohnte Leben ändern kann. Außerdem rege ich mich nicht mehr so schnell auf.“

Huber war vor drei Wochen zum ersten Mal nach dem 3. Februar 2008 in der Saarbrücker Congresshalle. „Es war ein komisches, beklemmendes Gefühl. Aber das hat sich gelegt.“ So war er auch dort am Fetten Donnerstag zur Weiberfaasenacht. Der lebenslustige Huber: „Ich lasse mir das nicht nehmen.“ Matthias Zimmermann  
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