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Das Saarbrücker ,,Jazz Loft Project”: Jazz frei Haus ins Wohnzimmer

Ist sehr zufrieden mit der künstlerischen Qualität:

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Die zaudernden Geht-das?-Gedanken denkt er einfach nicht. Oliver Strauch macht jetzt. Punkt. Und heute geht's los – mit dem „Jazz Loft Project“ in Saarbrücken. Klingt hip. Altmodischer gesagt sind das sowas wie Hauskonzerte. Der Drummer und Jazz-Professor an der Saarbrücker Musikhochschule bringt nämlich die Musiker zum Publikum. Weil jenes sich bei Konzerten rar macht. „Schon weil in Saarbrücken passende Auftrittsorte fehlen“, meint Strauch. Kein Club, keine schicke Lounge für den gepflegten After-Work-Jazz – und an nennenswerte städtische Kulturförderung in diesem Bereich wolle man ja nicht mal denken.

Über Strauchs Projekt aber kann man sich nun Jazzer nach Hause holen. Gern ins Wohnzimmer. Wer aber ein leeres Ladenlokal hat, oder in der Arztpraxis nach der Sprechstunde noch Sessions verordnen möchte, darf sich ebenfalls an Professor Strauch wenden. Der hat sicher passende Solisten und Ensembles parat. Nicht als klassischer Veranstalter wirkt der 50-Jährige da, sondern als Spiritus Rector, als Vermittler. „Alles ehrenamtlich“, betont Strauch. Er will vor allem etwas anstoßen.

Klar, dass sowas heute via Internet läuft – über Facebook. Als Musiker, die beim „Jazz Loft Project“ mitmachen, hat Strauch einige seiner Studenten an der Hand. So erfüllt die Chose nicht zuletzt einen pädagogischen Zweck: „Die jungen Musiker bekommen mit, wie man sich selbst vermarktet.“ Doch als Strauch die Idee vor einem Dreiviertel-Jahr über Facebook streute, meldeten sich auch etablierte Kollegen. Was insofern erstaunt, da es für die Hauskonzerte keine Gage gibt. „Nur eine Hutsammlung am Ende“, erklärt Strauch. Fraglos auch ein Risiko. „Doch, wenn am Ende nur ein paar Euro im Hut liegen, muss man sich vielleicht auch Gedanken über sein Programm machen“, meint der Profi-Musiker, der auch Mitglied der Performance-Gruppe „Die Redner“ ist.

Für die Gastgeber hält sich der Aufwand in Grenzen – und ob es ein reines Privatkonzert wird, oder man auch Fremden die Tür öffnet, könne jeder frei entscheiden. Man brauche auch keine Bühne, keine Soundanlage. „Mindestbedingung ist eine echte Zuhörsituation“, so der Schlagzeuger. Sprich, die Musiker sollen nicht als Lieferant von Hintergrundmusik enden. Schön wäre auch, wenn der Gastgeber für Essen und Trinken sorgt. Aber je nach Geldbeutel, so Strauch. Lädt sich eine Studenten-WG Jazzer ein, täten es auch mal Bier und Chips. Heute geht's nun los mit dem Kevin Naßhan Quintett – allerdings untypisch in der Villa Lessing (Lesssingstraße 10, Saarbrücken, 19 Uhr) bei der Liberalen Stiftung Saar.

Dann aber folgen Auftritte in einer Praxisgemeinschaft und einem Atelier. Doch höhlt man mit diesen Ohne-Gage-Gigs nicht die regulären Auftrittsmöglichkeiten aus? Wer verpflichtet noch eine Jazz-Combo, wenn er sie auch quasi kostenlos bekommen kann? Das Problem sehe er wohl, aber just die Tatsache, dass auch Profi-Kollegen auf die Sache angesprungen sind, zeige den Bedarf, meint Strauch: „Und wenn man sich nur mit den Problemen aufhält, passiert gar nichts.“ Recht hat er.

Anmelden kann man sich auf dieser Facebook-Seite: www.facebook.com/LOFT-SCENE-SB-177630819380629/

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