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Das Saarland beteiligt sich an Gesundheitsstudie

Homburg. Die Saarländer eignen sich seit jeher gut als Testmarkt. Ob Waschmittel, Shampoo oder Babywindeln, die Saarländer probieren nicht nur gerne Neues aus, sie bilden auch in ihrem Verhalten einen repräsentativen Durchschnitt durch die gesamtdeutsche Bevölkerung ab.

Diesmal geht es allerdings nicht um Produkte, sondern um die Gesundheit. Denn 10 000 Saarländerinnen und Saarländer sollen an der größten deutschen Gesundheitsstudie teilnehmen, die in diesen Wochen anläuft. „Aus allen Regionen Deutschlands beteiligen sich insgesamt 200 000 Menschen“, erläutert Gesundheitsminister Georg Weisweiler, der zur Vorstellung des Projektes zu Gast in unserer Redaktion war. Mit dabei war Christa Stegmaier, Referatsleiterin im Gesundheitsministerium und Leiterin des Krebsregisters.

Beide sind überzeugt, dass es wichtig sei, dass das Saarland in dieser Studie mitwirkt, „damit leisten wir nicht nur einen bundesweiten Beitrag, sondern erfahren auch mehr über unser Land. Es heißt ja immer, die Saarländer seien anfälliger für chronische Krankheiten wie Diabetes, aber auch für Herz-Kreislauf- und Demenz-Probleme. Dann haben wir darüber endlich verlässliche Daten,“ betont Weisweiler.



Doch die beste Studie taugt nichts, wenn die Menschen nicht mitmachen. Anhand der Daten der Einwohnermeldeämter wurden zufällig 500 Bewohner aus dem Regionalverband Saarbrücken und aus dem Saarpfalz-Kreis herausgegriffen.  Denn nur diese beiden Regionen machen mit – nicht, weil man hier besonders krank sei, sondern aus rein praktischen Gründen, „denn für sie ist das Studienzentrum in Saarbrücken leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar“, sagt Christa Stegmaier.

Von den 500 „Zufallstreffern“ wurden bereits 200 Bürger angeschrieben, 49 postive Antworten kamen zurück. Worum geht es dabei? Diejenigen Bürger, die mitmachen wollen, werden nicht nur gründlich untersucht, sondern auch zur medizinischen Vorgeschichte, zu den Lebensumständen und zum Alter befragt, damit sich ein möglichst klar definiertes Gesundheitsprofil ergibt.

Natürlich ist dies alles vetraulich, jeder Kandidat erhält seine Untersuchungsergebnisse. Zunächst dauert die Untersuchung mit Fragen eine gute Stunde. Später, wenn noch Laboruntersuchungen dazukommen, kann es auch mal bis zu vier Stunden dauern. Warum soll man sich das antun? „Zum einen, weil man sich damit in den Dienst der Allgemeinheit stellt und dafür sorgt, dass es dem Land besser geht. Aber auch, weil man quasi als Privatpatient einen gründlichen Gesundheitscheck bekommt,“ betonte der Minister.



Bezahlt wird die Studie vom Bundesforschungsministerium, von der Helmholtz-Gesellschaft und von den Bundesländern.  Bis zum Jahresende wird geprüft, wie hoch die Akzeptanz in der Bevölkerung ist, erst ab Anfang 2013 geht's dann richtig los mit den Untersuchungen.

In der Saarbrücker Viktoriastraße wurden eigens Praxis-Räume bereitgestellt, in denen derzeit fünf Angestellte arbeiten, darunter ein Ärztin. In zwei Jahren soll der Personalbestand auf bis zu 15 Personen anwachsen, „dann können wir bis zu zehn Kandidaten pro Tag gründlich untersuchen“, erklärt Christa Stegmaier.

Auf einen Blick

Die Studie läuft unter dem Namen „NatKo Gesundheit für die Zukunft!“. NatKo ist eine Abkürzung für „Nationale Kohorte“. Beteiligt sind an der Studie auch das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg und das Epidemiologische Krebsregister im Saarland. Die Untersuchungsräume befinden sich in der Viktoriastraße 19 in der Innenstadt von Saarbrücken. Ansprechpartner ist Thomas Edinger, Telefonnummer: (06 81) 5 01 35 00. Die angeschriebenen Kandidaten können sich dort melden. maa
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