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Das Saarland feiert sich selbst: 35 000 Besucher bei Fest zum 60. Jahrestag des Saarreferendums

Viele tausend Besucher zieht es am Samstag (24.10.2015) zum Landesfest zum 60sten Jahrestag des Saarreferednums auf den Tiblisser Platz nach Saarbrücken.

Viele tausend Besucher zieht es am Samstag (24.10.2015) zum Landesfest zum 60sten Jahrestag des Saarreferednums auf den Tiblisser Platz nach Saarbrücken.

Leon Groß ist verwundert. Das Saarland ein eigenes Land? Mit eigenem Olympia-Team und eigener Nationalmannschaft? Skeptisch schaut der Zehnjährige seine Oma an, die ihm gerade einen Exkurs in saarländischer Landesgeschichte gibt. „Da, das war damals der deutsche Kanzler, der Adenauer“, erzählt Oma Henriette Meiser vor einem großen Foto des Altkanzlers, das diesen am 1. Januar 1957, dem Tag der Rückgliederung des Saarlandes, in Saarbrücken zeigt. „Ich kann mich noch gut erinnern, ich war damals dabei, als er an unserem schönen alten Bahnhof in Saarbrücken ankam. Alle haben gejubelt. 15 Jahre war ich da alt“, erzählt Meiser ihrem Enkel.

Die beiden betrachten die Bilder, Zeittafeln und Karten, die anlässlich des Bürgerfestes zum 60. Jahrestag der Volksabstimmung zum Saarstatut über die Zeit von 1955 informieren. Im Zelt der Landesregierung auf dem Tbilisser Platz in Saarbrücken schauen sich viele Bürger die Dokumente aus den schwierigen Zeiten der Volksabstimmung an. „Ein Riss ging bei uns quer durch die Familie“, erzählt Hans Müller aus Saarbrücken . „Das war eine heiße Zeit, das kann man sich heute kaum noch vorstellen“, meint Müller.

Zur Feier dieser Abstimmung vor 60 Jahren lud die Landesregierung zum zweitägigen Bürgerfest. Auch am Samstag kamen tausende Saarländer zum großen Festpavillon vor dem Staatstheater, um den Bands, Chören und Musikern auf der Bühne zu lauschen, mit Ministern der Landesregierung zu sprechen oder einen halben Ring gegrillten Lyoner zu verputzen.
 

Ein Wiederaufleben der 50er

Auch Kammern, Unternehmen und Vereine nutzten das Bürgerfest, um für sich und ihre Produkte zu werben und kleine Geschenke zu verteilen. Rund zwei Dutzend kleine Ausstellungszelte säumten den Tbilisser Platz. Im Zelt von Saartoto lebten die 50er Jahre wieder auf. Neben Glücksspiel-Aktionen war dort auch ein alter Kiosk aus der Zeit des autonomen Saarlandes aufgebaut. In den Regalen lagen neben alten Zeitungen, Tintenfässern und Schreibtafeln auch Zigaretten der Saar-Marken „Lasso“ oder „Roth-Füchsel“. In einer Ecke thronte ein gut erhaltenes Saartoto-Ziehungsrad von 1954.

Auch der Stand des Saarland-Standort-Marketings war sehr beliebt. Projektleiterin Tina Müller verteilte dort mit Kolleginnen zahlreiche Geschenke und Infomaterial an die Bürger . „Beliebt sind auf dem Fest vor allem Stoff-Einkaufstaschen mit dem neuen Saarland-Logo sowie Handy taschen“, so Müller. „Viele Exil-Saarländer decken sich bei uns ein, um die Sachen dann ins ‚Reich' mitzunehmen. Man sieht also, das neue Markenlogo kommt gut an.“

Im Zelt der Landesregierung konnten sich Besucher an einem Saarland-Quiz versuchen. Dabei schnitten viele saarländische Kandidaten besser ab als der Quiz-Moderator, der etwa das „Bermudadreieck“ im Nauwieser Viertel mit dem St. Johanner Markt verwechselte oder sich mit dem Spruch „Um Zwölf werd gutt gess“ als Zugezogener outete.

Scheu waren viele Bürger auf dem Fest im Kontakt zu ihren Politikern. Das Regierungskabinett stellte sich den ganzen Nachmittag den Fragen der Besucher. Allzu viele Fragen wurden allerdings nicht gestellt, sodass das geplante Bürgergespräch eher zu einem Dialog zwischen dem von der Staatskanzlei gestellten Moderator und den Ministern wurde. Einzig beim Thema Flüchtlingspolitik kamen Fragen auf. „Wie viele Flüchtlinge kommen noch ins Saarland?“, fragte etwa ein Bürger . „4000 noch in diesem Jahr“, antwortete Innenminister Klaus Bouillon ( CDU ). Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ( CDU ) erklärte, sie sei in der Flüchtlingskrise stolz auf das Saarland. Trotz vieler Ängste zeigten die Saarländer Engagement und präsentierten das Saarland als offenes Land.  
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