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Das Saarland hat die Wahl

Von SZ-Mitarbeiter Daniel Kirch

Saarbrücken. Es ist alles gerichtet für einen spannenden Wahlabend, bei dem die ganze Republik auf das kleine Saarland schaut: Rund 800 Medienvertreter – Journalisten, Kameraleute und Techniker – haben sich für Sonntagabend in der Saarbrücker Congresshalle, der Berichterstattungs-Zentrale, ankündigt. „Von München bis Hamburg ist alles da“, sagt ein Landtags-Sprecher. Die großen öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkstationen rücken mit insgesamt 35 Übertragungswagen an.
Seit Tagen sind Techniker und Handwerker in der Halle damit beschäftigt, provisorische Fernsehstudios einzurichten und mehr als 20 Kilometer Strom-, Telefon- und Internetkabel zu verlegen, wie der Geschäftsführer des Congress Centrum Saar (CCS), Wilfried Blickle, berichtet. Auf den letzten Drücker seien noch acht 41 Jahre alte Toilettenräume kernsaniert worden.

Der Wahl-Sonntag beginnt am morgens um acht Uhr mit der Öffnung der 1200 Wahllokale. Saarlandweit sind rund 10.000 ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz, die mit einem „Erfrischungsgeld“ von 15 Euro für ihre Arbeit entschädigt werden. A propos Geld: Die Wahl wird die Steuerzahler nach einer Schätzung von Landeswahlleiterin Karin Schmitz-Meßner rund 743.000 Euro kosten – in etwa soviel wie vor fünf Jahren.
Ungefähr 820.000 Saarländer ab 18 Jahren dürfen ihre Stimme abgeben. Um die 51 zu vergebenden Landtagssitze bewerben sich in diesem Jahr 326 Kandidaten aus zehn Parteien. Jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme. Angekreuzt werden können nur Parteien, keine einzelnen Kandidaten. Wie schon 2004 werden die Stimmzettel in den Wahllokalen nicht in Umschläge gesteckt. Das mache das Auszählen einfacher, sagt Schmitz-Meßner. Eine Gefährdung des Wahlgeheimnisses schließt sie aus: Die Stimmzettel seien undurchsichtig und sollten zwei Mal gefaltet werden, da könne „wirklich nichts passieren“.

Die ersten Prognosen zum Ausgang der Wahl werden um Punkt 18 Uhr über die Fernsehbildschirme flimmern. Die Matadore der großen Parteien erfahren die Schätzungen der Wahlforscher aber schon nachmittags – sie können sich so in aller Ruhe zurechtlegen, wie sie bei ihren Fernseh-Auftritten nach 18 Uhr das Abschneiden ihrer Parteien kommentieren. Die Daten für die 18-Uhr-Prognosen und die Hochrechnungen gewinnen die Meinungsforscher von Infratest Dimap (rechnet für ARD und SR) und der Forschungsgruppe Wahlen (fürs ZDF) aus sogenannten Wahltagsbefragungen: In Hunderten von Wahllokalen quer durch das Saarland bitten die Mitarbeiter der Institute die Wähler beim Verlassen des Gebäudes, anonym einen Fragebogen zu ihrer Wahlentscheidung auszufüllen. Bis 18 Uhr rechnet allein Infratest mit ungefähr 18.000 ausgefüllten Fragebögen aus dem Saarland.

Die Ergebnisse aus den Kommunen laufen unmittelbar nach Auszählung bei der Landeswahlleiterin ein. Sie wird vermutlich gegen 22 Uhr das vorläufige amtliche Endergebnis verkünden. Vorausgesetzt, ihre Mannschaft bleibt von Technik-Pannen verschont. Bei der Kommunalwahl am 7. Juni hatte es einen Computerausfall gegeben. Für die Landtagswahl seien die Server-Kapazitäten verstärkt und die Computer-Software überarbeitet worden. „Nach menschlichem Ermessen“, sagt die Wahlleiterin, werde diesmal alles klappen. Für die Wahl des Ministerpräsidenten im Landtag gibt es noch keinen Termin. Bis zur ersten Sitzung nach der Wahl am 23. September steht vermutlich noch keine Regierungskoalition.

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