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Das Saarland hat zwei Kinos weniger

Wadern/Losheim. Auch in der Losheimer Saarbrücker Straße 18 müssen die Stars der Leinwand draußen bleiben – ob der bebrillte Junge mit der Eule, Hermine Granger, Ron Weasley oder der kultige Klempner-Azubi namens Werner oder die Gäste. Denn Inhaber Axel Dubois hat seine beiden Traditions-Kinos zugesperrt – sowohl das Service- Kino in Losheim als auch das Starlight-Kino in Wadern. „Es war nicht mehr rentabel“, sagt der Inhaber traurig. „Die Kosten sind mir einfach davon gelaufen.“ Was genau schwer wiegt: Die technische Umrüstung, um in das digitale Zeitalter einzusteigen, war für die kleinen Kinos nicht zu stemmen. „Eine 3D-Anlage kostet um die 100 000 Euro“, rechnet der Inhaber und Filmvorführer vor – für ein Lichtspielhaus mit 130 Plätzen nicht zu packen. Vor allem wegen des Runs auf jene echte räumliche Tiefe im Film blieben die Gäste aus. Daher hat er den Kampf David gegen Goliath aufgeben und die Segel gestrichen – vorerst einmal, wie der 47-Jährige betont. „Ich will aber, dass es weitergeht“ – ein Wunsch, der aus dem Waderner Rathaus voll unterstützt wird. So gibt die Familie eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, die Möglichkeiten aufzeigen soll, wie es mit den traditionsreichen Kinos weitergehen kann. „Es wäre zu schade, wenn diese nostalgische Atmosphäre mit Plüsch-Sitzen, viel Beinfreiheit, Holztischen mit kleinen Lampen verloren ging“, sind sich Peter Ebert und Martin Vorreiter von der Waderner Stadtverwaltung einig.



Sie versprechen den Dubois personelle Hilfe im Kampf um das Lichtspielhaus, dessen Geschichte bis in die 50er Jahre zurückgeht. Von dem Ergebnis der Studie, mit dem sie im November rechnen, versprechen sie sich viel, etwa Antworten auf die Fragen: Soll die Zukunft des Kinos in die Hände eines Inhabers gelegt werden, einer GmbH oder in die eines Vereins? Welche Nischen können in den Kinos besetzt werden? Bereits in der Vergangenheit hat sich Dubois einiges einfallen lassen, die Leute wieder in die beiden Kinos zu holen. Ob Kreis-Kinder- Kino, Seniorenvorstellung oder „der besondere Film“: „Es waren immer Erfolge“, sagt der bekennende Film-Fan. „Auch die ‚Kirche im Kino’ hatte gute Resonanz, ergänzen Ebert und Vorreiter. Vorstellen können sie sich, dass der Saal, beleuchtet von einem Sternenhimmel, Veranstaltungsort für die ein oder andere Veranstaltung der Waderner Buchwoche werden könnte. Auch die Losheimer machen sich Gedanken, damit ihr Kino nicht endgültig geschlossen bleibt und es in dem Saal in der Saarbrücker Straße weitergeht. Das jedenfalls ist aus der Gemeindeverwaltung zu hören. Axel Dubois hat angesichts dieser Unterstützung noch nicht unwiderruflich kapituliert. Er hofft auf Rettung seiner kleinen Kinos, die er bislang mit viel Engagement geführt hat. „So was wie in den großen Filmpalästen ist doch nur Massenabfertigung.“
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