A1 Saarbrücken Richtung Trier Zwischen AS Nonnweiler-Primstal und AS Nonnweiler-Braunshausen Unfallaufnahme, Gefahr, Richtungsfahrbahn gesperrt (11:49)

A1

Priorität: Dringend

1°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
1°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Das Saarland will der Autokrise trotzen

Saarbrücken. Die Autokrise hat das Saarland nach wie vor im Griff. So soll im Homburger Bosch-Werk die Kurzarbeit bis Ende des Jahres weiterlaufen. Die rund 800 Angestellten arbeiten außerdem nur 28 Stunden an vier Tagen pro Woche, wie Werksleiter Uwe Gackstatter gestern erläuterte. Bezahlt würden 32 Stunden. Der Hersteller von Diesel-Einspritz-Systemen spüre weiterhin die eingebrochene Nachfrage nach Diesel-Aggregaten bei den Produzenten von Nutzfahrzeugen (Lkw, Busse oder Baumaschinen). In der Dillinger Aluminium-Gießerei Nemak, Produzent von Motorblöcken, habe man die Kurzarbeit hinter sich, erläuterte Produktmanager Roman Müller. Unter anderem habe die gestiegene Nachfrage nach den BMW-Modellen der 1er- und 3er-Serie dafür gesorgt, dass die Produktion wieder ausgelastet sei.

Müller und Gackstatter sind zwei von mehreren Automanagern, die sich gestern mit Ministerpräsident Peter Müller (CDU) in der Saarbrücker Staatskanzlei trafen. Sie demonstrierten, dass das „Autoland Saarland“ bisher nicht nur „vernünftig durch die Krise gekommen ist“ – wie es der Ministerpräsident ausdrückte –, sondern „auch beim Aufschwung mit zahlreichen Innovationen dabei sein wird“. Zurzeit werde im Saarland ein Prototyp für einen süddeutschen Autobauer hergestellt, der mit zukunftsweisenden Werten aufwarten könne, erläuterte Armin Gehl, Manager des saarländischen Netzwerks (Cluster) „Automotive Saarland“. Dieses Auto werde weniger als 100 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen, knapp fünf Liter Sprit auf 100 Kilometer verbrauchen und über eine Leistung von rund 200 PS verfügen. Zentrale Komponenten für dieses Auto kämen aus dem Saarland.

Gehl und Müller erinnerten daran, dass das Saarland mit 46 000 Beschäftigten in 150 Unternehmen das drittgrößte deutsche Autozuliefer-Zentrum sei – hinter dem Großraum Stuttgart und der Region um Kassel. Dass im Auto der Zukunft noch einiges an „Musik“ drin ist, erläuterte Professor Frank Mücklich, Leiter des neuen Steinbeis-Forschungszentrums MECS (Material-Engineering Center Saarland). Mit Hilfe verbesserter Werkstoff-Strukturen bei Aluminium und Stahl werde es gelingen, das Gewicht und den Verbrauch der Autos um weitere zehn Prozent zu senken und die Leistung um bis zu 15 Prozent zu steigern. Professor Dirk Bähre (Lehrstuhl für Fertigungstechnik) wies darauf hin, dass heute schon ein Einspritzdruck bei Diesel-Motoren von mehr als 2 000 Bar möglich sei. Verbrauch und Emissionen könnten dadurch spürbar reduziert werden. Dies werde im Saarland erforscht und bei Bosch in Homburg umgesetzt.Lothar Warscheid  
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein