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Das Wandern ist des Müllers Lust

 Saarbrücken. „Wir wollen, dass alles irgendwie moderner wird“, sagt Hermann-Josef Müller, seit 2008 Vorsitzender des Saarwald-Vereins. Natürlich solle das Traditionelle auch weiter gepflegt werden, ergänzt er. Also das, was den Saarwald-Verein seit mehr als 100 Jahren ausmache. So zähle es zu den Aufgaben des Saarwald-Vereins Wanderwege anzulegen, zu markieren und auszustatten, die Schaffung und Unterhaltung von Wanderheimen sowie aller Einrichtungen zur Förderung des Wanderns, die Ausbildung von Wanderführern. Der Saarwald-Verein sei ebenso ein anerkannter Naturschutzverband und kümmere sich um den Denkmalschutz. „Mit diesen Pfründen wollen wir auch wuchern“, erklärt der Vorsitzende.

Was jedoch soll moderner werden? „Wir wollen erlebnisorientierter und genussorientierter werden.“ Das neue Stichwort der Saarwäldler laute „Wandern und schlemmen“. Vor allem wolle man damit das touristische Wandern weiterbringen. Das Wandern habe schon vor Jahren eine Renaissance erlebt, derzeit liege es voll im Trend: „Man mag es kaum glauben, das sogar Wandertouristen aus Bayern und Österreich ins Saarland kommen.“ Müller erklärt sich dies vor allem durch die neuen Angebote des Wanderns und Schlemmens. Auf so genannten Tafel-Touren kehre man in einem Gasthof oder Restaurant ein, um die Vorzüge der regionalen Küche kennen zu lernen. „2007 beim deutschen Wandertag in Saarlouis zum 100-jährigen Bestehen des Saarwald-Vereins, waren die Gäste begeistert vom Saarland, von seinen Wanderwegen und der Gastfreundlichkeit der Saarländer. Unser Ziel ist es, das Saarland als Wandergebiet noch stärker bekannt zu machen“, erläutert Müller. In Arbeit sei dazu auch ein neuer Internetauftritt.

Neu und interessant für junge Leute beim Saarwald-Verein sei darüberhinaus das GPS-Wandern (Global Positioning System), das wie eine Navigation beim Autofahren funktioniere. Vorreiter sei das Saarland auch bei dem so genannten Premium-Wandern. Die Premium-Wege sind von dem Deutschen Wanderinstitut zertifiziert und mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnet. Um das Siegel zu bekommen, müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein: Die Wanderwege müssen naturbelassen sein, abwechslungsreich mit verschiedenen Landschaftsformen wie Tälern und Schluchten, natürlich still sein, Rastmöglichkieten bieten und lückenlos ausgeschildert sein. 2005 fing das Saarland als erstes mit dem Premium-Wandern an, zur Zeit sei das Saarland bundesweit führend. „Die Litermont-Gipfel-Tour beispielsweise wurde 2007 als Deutschlands bester Wanderweg ausgezeichnet“, erzählt der Vorsitzende Müller.

Weiter habe man auch Pläne mit anderen Einrichtungen wie Apotheken und Krankenkassen ein Netzwerk auf die Beine zu stellen. Ebenso geplant seien Kräuterwanderungen und Fastenwanderungen. Im April werde das Fischerberghaus mit Gästehaus auf dem Saarfels eröffnet, auch dieses wollten sie Wandergästen näher bringen. Jährlich erwandern die Saarwäldler rund 27 000 Kilometer in insgesamt 2100 Wanderungen. Die Mitglieder kommen aus 42 Ortsvereinen im Saarland. Für Hermann-Josef Müller hat das Wandern viele positive Seiten: „Eine Wanderung mit guten Wanderführungen und der Geselligkeit ist für mich das Schönste. Den ganzen Tag ist man an der frischen Luft und kann in der Gemeinschaft neue Leute kennen lernen.“

Trotz allem bleibt für den Vorsitzenden ein Wermutstropfen: Bei allen Landesverbänden sei es schwierig, Mitglieder zu gewinnen.
Elke Holz 
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