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Das Wetter im Saarland spielt verrückt

Berlin. Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen. Und unter allen Bundesländern sind im Saarland die Abweichungen am größten. So stieg die durchschnittliche Jahrestemperatur an der Saar seit Beginn der Messungen im Jahr 1881 um 1,44 Grad, während es bundesweit im Schnitt nur 1,13 Grad waren. Das zeigen Daten, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) gestern in Berlin veröffentlichte. Ein DWD-Sprecher erklärte die Spitzenstellung des Saarlandes damit, dass es als westliches Bundesland stärker ozeanisch geprägt sei als andere Bundesländer. Hier zeige sich ein West-Ost-Gefälle.

Hamburg folgt an zweiter Stelle mit 1,37 Grad Temperaturanstieg, und auch Nachbar Rheinland-Pfalz ist mit 1,28 Grad überdurchschnittlich wärmer geworden. Ganz besonders hoch war hierzulande der Temperaturanstieg in den Sommermonaten, nämlich plus 1,48 Grad, Platz eins. Aber auch in den Wintern lag das Saarland mit 1,33 Grad plus noch an zweiter Stelle hinter Hamburg.

Bei den Niederschlägen ist die Region zwischen Merzig und Homburg ebenfalls in der Spitzengruppe zu finden. Bundesweit stieg die Regenmenge in den letzten 130 Jahren um 11,5 Prozent, im Saarland aber um 15,7 Prozent. Das ist Platz vier, knapp hinter einigen Nordländern. Besonders die Winter waren nasser; da nahm die Niederschlagsmenge an der Saar um 31 Prozent seit Beginn der Messungen zu, so viel wie sonst nur noch in Bremen und Hamburg. Das Westwetter macht sich bemerkbar. In den Sommern hingegen gingen die Niederschläge an der Saar um 0,2 Prozent zurück. Der gesamte Osten Deutschlands ist vergleichsweise eine Trockenzone, vor allem in den Sommern. In Sachsen sank die Regenmenge in diesen Monaten im Langzeitvergleich um 11,5 Prozent, in den anderen neuen Ländern lag der Rückgang bei fünf oder sieben Prozent.

Feuchtere Winter, trockenere Sommer, steigende Temperaturen – das ist der scheinbar unaufhaltsame Trend in Deutschland. Der aktuelle oft grün angestrichene Winter scheint dem zu widersprechen. Doch ist das, meinten die Wetterforscher, nur ein subjektives Gefühl. Im Jahresmittel war 2011 bisher sogar sehr heiß und trocken – das neuntwärmste und neunttrockenste Jahr seit 1881. Die sehr sonnigen Frühlingsmonate sind bei den meisten Menschen aber schon vergessen. Allerdings glauben auch die staatlichen Wetterfrösche nicht, dass das laufende Jahr am Ende noch in der Spitzengruppe landen wird. Dazu haben die Juli-Tiefs zu viele Spuren hinterlassen. Einen echten Ausrutscher vom Langzeittrend der Erwärmung gab es allerdings 2010, als es zum ersten Mal seit 1996 mal wieder abkühlte und um 0,4 Grad kälter war als das langjährige Mittel von 8,2 Grad. Der eisige und lange Winter 2009/2010 machte es möglich. Da Deutschland aber nur etwas weniger als ein Tausendstel der Erdoberfläche ausmacht, sind solche Abweichungen zufällig und kein Beweis gegen den Klimawandel. Im Gegenteil. 2010 war weltweit betrachtet das drittwärmste Jahr seit Beginn der Messungen. (Alle Daten auf www.dwd.de)
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