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"Das Wunder": Saarländer stand schon und 700 Mal in Erfolgsmusical auf der Bühne

Detlef Leistenschneider in der Maske.

Detlef Leistenschneider in der Maske.

Von einem „Sechser im Lotto“ sprach Detlef Leistenschneider im November 2014, unmittelbar vor der Hamburger Uraufführung des Musicals „ Das Wunder von Bern “ (mittlerweile umgetauft in „Das Wunder“). „Daran hat sich nichts geändert; es war einfach die perfekte Gesamtsituation“, sagt der Musical-Darsteller heute, wenige Wochen, bevor „Das Wunder“ das Theater an der Elbe verlässt. Diese Hauptrolle des Richard Lubanski, ein neues Theater , eine Uraufführung – nach wie vor ist Leistenschneider der Meinung, dass das die Rolle seines Lebens war. „Wenn man das überhaupt in diesem Alter schon sagen kann“, wirft er ein. Leistenschneider ist 43. Auf jeden Fall aber sei es ein Meilenstein seiner Karriere.

Meilensteine? Da fallen dem Wahl-Hamburger aber noch mehr ein. Zunächst mal „Mamma Mia“. 2002 übernahm er die Rolle des Harry Beck im Operettenhaus Hamburg. Eine große Produktion, eine deutschsprachige Erstaufführung, eine Hauptrolle. Und: „In dieser Zeit sind meine beiden Kinder geboren.“ Allein schon deswegen verbindet Leistenschneider mit diesem Musical besonders viel.

Aber auch mit der „Rocky Horror Show“. Noch während des Studiums an der Universität der Künste in Berlin war er Frank'n'Furter im Capitol-Theater – und 2000 auch im Merziger Zeltpalast. „Abends spielte ich die Vorstellung in Düsseldorf, am nächsten Morgen stand ich in Berlin an der Ballettstange.“ Eine hektische Zeit des Pendelns. Aber auch eine „großartige Erfahrung“, wie Leistenschneider sagt. Noch immer liege ihm die „Rocky Horror Show“ besonders am Herzen. Genau wie „Der Schuh des Manitu“. Wieder eine Uraufführung. Dieses Mal 2008 im Theater des Westens in Berlin. „Eine Show nach meinem Humor“, sagt Leistenschneider, der als Sprache gerne „Saarländisch“ angibt und in diesem Musical ebenfalls mit Akzent sprechen musste. Schon den Film habe er geliebt, und die Rolle des Griechen habe ihn besonders gereizt: „Das ist das Schöne an unserem Beruf, dass wir solche Rollen spielen können.“

Als eine besondere körperliche Herausforderung bezeichnet er die Titelrolle in „Rocky“ 2012 in Hamburg. Er habe zunächst zehn Kilogramm abgenommen, um dann wieder Muskelmasse anzutrainieren. Körperlich sei er topfit gewesen. „Seitdem hat meine Muskulatur etwas gelitten“, gesteht er. „Eine Show würde ich wohl noch durchstehen. Aber nach einer Woche wäre ich ziemlich am Ende.“

Denn als Richard Lubanski im „Wunder von Bern“ war ein anderer Körperbau gefragt. Schließlich ist der ein Spätheimkehrer aus russischer Gefangenschaft. Der mit der Welt, die sich daheim weiterdrehte, nicht mehr viel anfangen kann. Etwa 700 Shows wird Leistenschneider gespielt haben, wenn am 5. Januar 2017 der letzte Vorhang fällt. Vorerst. Leistenschneider ist überzeugt, dass es diesem Musical nicht so ergeht wie dem „Schuh des Manitu“, der es nicht mehr auf die Bühne schaffte: „Sie werden ‚Das Wunder' einpacken und irgendwann wieder auspacken. Nicht unbedingt 2017, aber vielleicht in ein, zwei Jahren.“ Dann stünde er wieder bereit: „Dann hätte ich bestimmt wieder Lust, die Rolle zu spielen.“ Sie sei eben etwas Besonderes: „Ich fühle mich so sehr mit der Rolle verbunden; das Stück ist mir ans Herz gewachsen.“

Aber jetzt sei er erst einmal froh, etwas Neues machen zu können. „Jeden Abend in der Rolle wütend und deprimiert zu sein, das schlägt schon aufs Gemüt“, sagt er. Daher freue er sich auf seine neue Rolle in einem farbenfrohen Musical : Im März und April werde er die Rolle des Axel Staudach in „Ich war noch niemals in New York“, ebenfalls im Theater an der Elbe, übernehmen. Bis dahin will er aber „ein Päuschen“ einlegen. „Ein bisschen faulenzen, Freunde besuchen, Zeit im positiven Sinne totschlagen“ – so stellt er sich die nächsten Monate vor. Und zu seiner Familie ins Saarland fahren. Weihnachten wird er mit seiner Familie – seine Kinder sind mittlerweile zehn und 13 Jahre alt – in Hamburg verbringen. Aber Silvester vielleicht im Saarland. Er vermisse neben seiner Familie vor allem das gute Essen. „Mamas Pfannkuchen sind die besten“, sagt er. Und weiß schon jetzt: „Ich komme mit zwei, drei Kilo mehr auf den Rippen nach Hamburg zurück.“

„Das Wunder“ läuft bis 5. Januar in Hamburg. Infos: www.stage-entertainment.de

 
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