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Das absolute Gefühl der Freiheit

Lebach. Hier oben ist die Welt noch in Ordnung. Fast lautlos schweben wir durch den Abendhimmel über Lebach. Am Boden winden sich winzig kleine Autos über eine Straße. Die Menschen recken die Köpfe nach oben und winken, als sie den Ballon sehen. Dann zischt es. Eine gewaltige Stichflamme heizt die Luft auf. Der Ballon steigt erneut empor. In 1200 Metern Höhe genießen wir das unbeschwerte Gefühl der Freiheit.

Ein Ballonflug ist eine tolle Sache. Pilot Roman Simon korrigiert: „Ein Heißluftballon fliegt nicht, er schwebt. Das ist geschichtlich bedingt“. Nur Anfänger würden vom „fliegen“ sprechen. Wohin die Reise genau geht, kann Simon nicht sagen. Denn einen eigenen Antrieb hat das Luftfahrzeug nicht, der Pilot hat nur passiv Einfluss auf die Fahrtrichtung. Dabei muss er verschiedene Windrichtungen in unterschiedlichen Höhen ausnutzen. Denn: Der Ballon bewegt sich immer mit dem Wind und mit dessen Geschwindigkeit.

Ohne Zweifel ist das Erlebnis „Ballonfahrt“ nichts für Hektiker. Schon die Planung ist schwierig: „Wir starten nur, wenn die Wettervorhersage kein Gewitter, keinen Regen oder keinen zu starken Wind prognostiziert“, erklärt Roman Simon, den vor 19 Jahren das Ballonfieber gepackt hat. Wenn dann das Luftfahrzeug abhebt, wird es auf Sichtkontakt von einem Auto am Boden begleitet: „Nach dem Start beginne ich mit der Suche nach einem geeigneten Landeplatz“, sagt Simon. Dabei hilft ihm seine langjährige Erfahrung als Pilot: „Ballons dürfen überall landen, wo sie keinen Schaden anrichten.“ Am besten geeignet sind Wiesen oder abgeerntete Felder.

Trotz all der Technik – Höhenmesser, GPS-Gerät –, die heute mit einem Aufstieg verbunden ist, hat Ballonfahren nichts vom ursprünglichen Reiz verloren. In Deutschland ist die Zahl der zugelassenen Ballone in den vergangenen 25 Jahren enorm gestiegen. Gab es bis 1980 rund 200 dieser luftigen Gefährten, sind es heute über 1300. „Im Saarland sind es über zehn“, rechnet Roman Simon vor. Eine Ballonfahrt gilt immer noch als ein kleines Abenteuer und unvergessliches Erlebnis. Man steigt in einen luftigen Weidenkorb, hebt ab und ist vollkommen frei. Passagiere sind nicht eingeschlossen in einer Kabine wie in anderen Luftfahrzeugen.

Doch bevor es in Richtung Himmel geht, sind am Boden viele fleißige Hände nötig, um das rund 70 000 Euro teure Sportgerät startklar zu machen. Auch die Passagiere müssen beim Aufbau ran. Dann wird die rund 26 Meter lange Hülle des Ballons, die aus dünnem, reißfestem Nylon besteht, auf einer Wiese ausgebreitet, der Korb in Position gerückt und mit den Gasflaschen gerüstet. Um den Ballon zu füllen, bläst ein gewaltiger Ventilator 3400 Kubikmeter kalte Luft in die Hülle, die später durch den Gasbrenner erhitzt wird. Langsam drückt sich die Hülle vom Boden ab: „Wenn das Team eingespielt ist, dauert der Aufbau zwischen 20 und 30 Minuten“, sagt Roman Simon. Steht der Ballon senkrecht am Boden, folgt das Kommando: „Einsteigen.“

Wer die erste Fahrt hinter sich hat, wird in den Adelsstand der Ballonfahrer erhoben, also getauft mit Feuer und Sekt, manchmal auch noch mit Erde. Simon: „Ein getaufter Ballonfahrer muss seinen Titel in Ballonfahrerkreisen jederzeit vollständig nennen und auswendig aufsagen können. Außerdem muss er wissen, dass ein Ballon fährt und nicht fliegt! Verspricht er sich, hat er in der nächsten Gaststätte eine Runde mit edlen Getränken auszugeben!“ Die besten Ballonfahrer der Welt treffen sich vom 24. Juli bis 2. August auf der Lorraine Mondial Air Ballons 2009 im lothringischen Chambley.  
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