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Das geplante Homburger ECE beschäftigt auch die St. Ingberter

So könnte das Shoppingcenter auf dem Enklerplatz einmal aussehen.

So könnte das Shoppingcenter auf dem Enklerplatz einmal aussehen.

Homburg soll eine 16 500 Quadratmeter große ECE-Einkaufsgalerie bekommen. Darüber zerbricht man sich nicht in Homburg den Kopf und ist geteilter Meinung darüber. Der Homburger Oberbürgermeister hat jetzt das Raumordnungsverfahren eröffnet und hat die Nachbarkommunen im Rahmen eines verkürzten Verfahrens zur Stellungnahme aufgefordert – in den Herbstferien.

Grund genug, mit St. Ingberts Oberbürgermeister Hans Wagner und St. Ingberter Händlern darüber zu sprechen. Zumal ein Gutachten, das im Hinblick auf die Homburger Einkaufsgalerie erstellt wurde, prognostiziert, dass den St. Ingbertern acht Prozent des Umsatzes durch das geplante Einkaufscenter wegbrechen könnte. „Da fragt man sich, wie oft der Kunde das gleiche Geld gleich oft ausgeben kann“, sagt Andreas Herzer, Inhaber von Möbel Herzer, Küchen Herzer und Bestattungen Herzer in St. Ingbert, im Gespräch mit unserer Zeitung.

In dem Gutachten wird für St. Ingbert von einem Umsatz von 55 Millionen Euro im Jahr ausgegangen. „Dabei werden aber unsere Leerstände außen vor gelassen“, so Herzer weiter. Er wünscht sich, dass die Stadt 10 Millionen Euro in die Hand nimmt, Brachflächen reaktiviert und Maßnahmen in der Fußgängerzone ergreift. „Natürlich müssen auch die Händler und Eigentümer der angrenzenden Immobilien dann Geld in die Hand nehmen“, so der Kaufmann. Er fährt fort: „Wir müssen jetzt die Kurve kriegen und zeigen, dass wir auch noch da sind.“

Wie aber könnte solch ein Konzept für den St. Ingberter Einzelhandel aussehen? „Wir wünschen uns, in St. Ingbert noch mehr Kaufkraft zu binden“, sagt OB Wagner und fährt fort: „Wir stehen jetzt vor der Herausforderung, was Besseres zu machen als die Homburger.“ Wagner spricht von Ideen, die noch nicht weit genug ausgegoren seien, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Von einer Klage gegen das geplante Center sieht OB Wagner ab, verweist aber darauf, dass über solch eine Klage der Stadtrat entscheiden müsse.

Für die Grünen, der Kreisvorsitzende der Grünen im Saarpfalz-Kreis, St. Ingberter Stadtrat und Beigeordneter Adam Schmitt hat eine entsprechende Pressemitteilung herausgegeben, sind die Bürgermeister über die Landesgrenzen hinweg gefordert, im Sinne der interkommunalen Zusammenarbeit gegebenenfalls sehr wohl über eine gemeinsame Klage das Center zu verhindern. Das Grüne Kreistagsmitglied Hansjürgen Domberg aus Gersheim ergänzt: „Dieses Center wäre ein Sargnagel für weitere kleine Geschäfte in den kleinen und großen Kommunen um Homburg herum.“

Andreas Herzer gibt zu bedenken, dass St. Ingbert die höchste Kaufkraft im Umfeld hat. Deshalb seien die Premiumkunden die Chance der Mittelstadt. Der Vorsitzende von Handel und Gewerbe, Nico Ganster, betont: „Die Händler haben Vertrauen in unsere Mittelstadt.“ Deswegen betont OB Wagner auch abschließend, dass man keine Angst vor dem Homburger ECE haben dürfe. Er sagt: „Wir müssen uns selbst entwickeln.“


Hintergrund

Die geplante ECE-Einkaufsgalerie in Homburg soll 16 500 Quadratmeter groß sein und hat laut eines Gutachtens einen prognostizierten Jahresumsatz von 57 Millionen Euro. Für alle Ladenflächen in St. Ingbert wird ein derzeitiger Jahresumsatz von 55 Millionen Euro veranschlagt. Die Einkaufsgalerie könnte der Mittelstadt dem Gutachten zufolge acht Prozent Umsatz wegnehmen.
Zum Vergleich: Saarbrücken hat einen Jahresumsatz von rund 279 Millionen Euro, die Zweibrücker Style Outlets haben einen Umsatz von 117 Millionen Euro. ywi
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