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„Das hält uns nicht vom Feiern ab“: Franzosen arrangieren sich mit Feuerwerksverbot an Silvester

„Das stört mich nicht“, sagt Jérôme Wengeler auf die Frage, was er von dem französischem Verbot von Feuerwerkskörpern an Silvester (siehe „Auf einen Blick“) hält. Der Petite-Rosseller findet, dass es „in ungewöhnlichen Zeiten ungewöhnliche Maßnahmen“ geben müsse. Er meint damit die November- Attentate in Paris und den daraufhin verhängten Ausnahmezustand im Land.

Nicht alle zeigen so viel Verständnis. „Es ist lächerlich, Böller zu verbieten“, schimpft Stéphane Kosnala, ebenfalls aus Petite Rosselle. Normalerweise kaufe er jedes Jahr Feuerwerk ein. „Das ist bei uns nun mal so Brauch“, pflichtet ihm sein Vater Étienne bei. Man werde aber auch so einen schönen Abend verbringen, sind sich die beiden einig.

Auch die drei Petite Rosseller Freunde Florian Turek, Kevin Zimmer und Jennifer Kiefer wollen sich die Silvesterstimmung durch das Verbot nicht vermiesen lassen. „Der Ausnahmezustand kann uns nicht vom Feiern abhalten“, sagt Zimmer. Zwischen den drei Freunden entflammt eine lebhafte Diskussion über das Verbot. „Das ist Schwachsinn“, findet Turek (23). Ohne Böller könne er seinen Geburtstag am 31. Dezember nicht gebührend feiern. Der gleichaltrige Zimmer meint: „Eigentlich sollte man keine Furcht zeigen, und jetzt machen wir genau das.“ Turek stimmt ihm zu: „Die Terroristen wollen doch, dass wir uns nicht mehr amüsieren.“ Er glaubt, dass viele Franzosen trotzdem knallen werden. Auch für sich selbst schließt er das nicht aus: „Ich könnte doch legal Knaller in Deutschland kaufen, sie in Frankreich abfackeln und dann wieder in Deutschland explodieren lassen, oder?“, fragt er halb ernsthaft, halb im Scherz.

Auch Véronique Imhof und Alex Pierson, die in Rosbruck einen kleinen Weinhandel betreiben, sind nicht glücklich mit dem Verbot. „Das ist etwas übertrieben“, sagt Pierson. „Einerseits verstehe ich das, andererseits wird dem Abend so der festliche Charakter genommen“, meint Imhof. Ein ähnliches Bild zeigt sich auf dem gegenüberliegenden Bremerhof in Naßweiler. „Das ist Blödsinn“, ärgert sich Fabrice Nazaryk. „Wir knallen jedes Jahr“, erklärt der Petite-Rosseller. Seine Frau Christelle stimmt zu. Verständnis für das Verbot bringen dagegen zwei Spieler in einer Bar auf dem Bremerhof auf. „Die Leute unterscheiden nicht zwischen Böller- und Bombenexplosion“, sagt Murat Dris aus Freyming-Merlebach. Ein Mann am Nachbarautomaten nickt. „So gibt es keine Verwechslungen, keine Angst“, sagt auch Serge Gaudron aus Stiring-Wendel. Man müsse eben Opfer bringen, meint er achselzuckend.

„Das ist doch Quatsch“, sagt ein Familienvater aus Freyming-Merlebach zu diesen Argumenten. Er habe sein Feuerwerk bereits gekauft, sagt er, während er in seiner Currywurst stochert. Verbot hin oder her, er werde seine Raketen um Punkt Mitternacht abschießen – „da sind wir sicher nicht die Einzigen“.

 

Zum Thema:

Das Feuerwerks-Verbot ist Folge einer Serie von Terror-Attentaten in Paris am 13. November. Laut dem neuesten Schreiben der Präfektur in Metz vom 10. Dezember ist es allen Privatpersonen im Departement Moselle untersagt, bis zum 15. Januar 2016 „Feuerwerkskörper zu kaufen, weiterzugeben, zu transportieren, zu verkaufen oder zu benutzen“. Einzig einige auch für Kinder zugängliche Knallkörper seien erlaubt. Ausgenommen von der Regelung seien zudem Personen mit einem speziellen Zertifikat. rob
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