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Das ist der neue Orchester-Chef des Saarländischen Staatstheaters

Von Sommer an wird Nicholas Milton neuer Orchesterchef im Staatstheater sein.

Von Sommer an wird Nicholas Milton neuer Orchesterchef im Staatstheater sein.

  Beeindruckt seien sie beim Probedirigat gewesen von seiner ungeheueren Flexibilität, sagt Martin Hennecke: „Er hat uns von Anfang an mit seiner Musikalität und Spielfreude begeistert. Das hat sich sofort aufs Orchester übertragen“. Für Hennecke, Pauker im Saarländischen Staatsorchester und Sprecher des Orchestervorstands ist klar: Es war die absolut richtige Entscheidung der Findungskommission, Nicholas Milton als neuen Generalmusikdirektor (GMD) des Staatstheaters (SST) zu verpflichten.

Die Personalie gab gestern das Staatstheater in einer Mitteilung bekannt. Der gebürtige Australier mit ungarisch-französischen Wurzeln habe sich gegen mehr als 100 Mitbewerber durchgesetzt, hieß es. Er übernimmt die Stelle von Toshiyuki Kamioka, der als Intendant an das Wuppertaler Opernhaus wechselt, von kommender Spielzeit an. Sein Vertrag läuft bis 2018. Milton sei ein „sehr leidenschaftliche Künstler“, sagte Generalintendantin Dagmar Schlingmann, „unglaublich offen, kommunikativ und präsent“.

Dass der 46-Jährige angekündigt habe, das Haus aktiv mitgestalten und intensiv am Profil des Konzertwesens arbeiten zu wollen, gefalle ihr. Was seine Qualifikation angeht, so steht außer Frage, dass Milton ein würdiger Nachfolger Kamiokas ist – auch, weil der Australier den Erfahrungshintergrund als langjähriger GMD eines deutschen Sinfonieorchesters mitbringt: Von 2004 bis 2010 leitete er die Jenaer Philharmonie. Dort hätte man den Orchesterchef auch gerne behalten. Milton galt als sympathisch und humorvoll und vermochte es, sowohl die Qualität des Orchesters als auch die Besucherzahlen deutlich zu steigern.

Milton aber ging und feilte in den kommenden Jahren weiter an seinem Ruf als international gefragter Opern- und Konzertdirigent, arbeitete mit renommierten Orchestern – etwa dem London Philharmonic Orchestra oder in Deutschland mit verschiedenen ARDSinfonieorchestern. Zudem nahm er dutzende CDs auf – unter anderem für Naxos. Im Opernfach feierte er Erfolge an Häusern wie der Volksoper Wien, dem Staatstheater am Gärtnerplatz München, der Komischen Oper Berlin und der Opera Australia in Sydney. Eine weitere Facette aus Miltons Biografie dürfte vor allem die Musiker, die laut Orchestersprecher Hennecke in die Entscheidungsfindung „gut involviert“ waren, beeindruckt haben: Nicholas Milton blickt auf eine langjährige Erfahrung als Profi-Musiker zurück. Mit 19 Jahren bereits wurde der studierte Violinist Konzertmeister am renommierten Adelaide Symphony Orchestra, von 1998 bis 2005 war er Mitglied des Macquarie Trios, eines der erfolgreichsten Kammermusik-Ensembles Australiens.

Und was sagt der künftige GMD, der sich im März erstmals in Saarbrücken der Öffentlichkeit vorstellen wird, selbst über die neue Aufgabe? Es erfülle ihn mit Stolz, bald an diesem „sehr lebendigen Haus“ mit seinem „Spitzenorchester“ arbeiten zu dürfen, teilte Milton mit. Die Zusammenarbeit mit dem Orchester beim Probedirigat – eine „Tosca“- Aufführung Ende Januar – sei für ihn „überaus inspirierend“ gewesen. Die „unglaubliche künstlerische Integrität, die uns alle über den Abend hinweg verband“, habe ihn „beglückt“. Leidenschaftliche Worte – Zeichen für eine künftig enge Verbindung zum Orchester? Aus dem Theater hört man, Milton werde natürlich auch Gast-Dirigate übernehmen, habe aber vor, seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Saarbrücken zu verlegen. In dem Punkt hat er den ständig herumreisenden Kamioka schon jetzt übertrumpft.

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