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Das saarländische Reitscheid wird zur Filmkulisse

„Saarländischer kann ein Film nicht sein“, sagt Max Grummel. Der Regisseur und Drehbuchautor des Kurzfilms „Gleichgewicht“ zählt auf: saarländische Drehorte, Schauspieler mit Bezug zum Saarland, eine Tanz-Choreografie von Claudia Kuhn aus Saarlouis und ein Team, das zum Teil aus dem Saarland stammt. Daher werde er sich auch um eine Filmförderung bei Saarland-Medien bewerben.

 

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Jetzt waren die Hauptdarsteller sowie die Film-Crew in Reitscheid, um sich den Hauptdrehort, das Landwirtschaftsmuseum in Reitscheid, anzusehen. Grummel, der selbst aus Homburg stammt, nennt das Museum „die wichtigste Location des Films“. Gedreht wird außerdem in der Gebläsehalle Neunkirchen, in der Turnhalle des SG Erbach in Homburg, in der Schloss-Apotheke und der Werbeagentur Mannikus Made in Ottweiler, sowie für Außenaufnahmen in und um Saarbrücken.

 

Das passiert aber erst vom 13. bis 27. August. „Ein enger Zeitplan, den müssen wir aber einhalten“, spricht Grummel den Kostendruck an. Damit dann alles problemlos klappt, hat die Crew an zwei Tagen den Drehort ganz genau unter die Lupe genommen. „Damit jeder sieht, wie die räumlichen Begebenheiten sind“, sagt Grummel. Kamerafrau Nicolette Pustelnik lobt das 1862 erbaute Haus: „Es passt super zur Geschichte; alles ist so eng und klein; so, wie sich Ina in ihrem Innern fühlt.“ Besonders hat es ihr der Blick von der Treppe zur Küche angetan: „Der wirkt so bedrohlich“, sagt sie und spricht von einer „ästhetischen Bildwirkung“.

 

Adriano Lupo hat schon die passenden Requisiten, die er braucht, im Hinterkopf. „Das Haus sieht viel toller aus als auf den Fotos; aber wir werden ihm jetzt noch Leben einhauchen.“ Blumen, Vorhänge, eine Tischdecke, Besteck – das alles wird er mit nach Reitscheid bringen. Und auch ein paar Dinge, die 1862 noch nicht in einen Haushalt gehörten, heute jedoch schon: ein Handy zum Beispiel.

 

Und dann überlegen sie noch, was sie mit der Lampe mitten im Wohnraum machen. „Ich habe mir schon mehrfach den Kopf daran gestoßen“, sagt Edda Petri, die Mutter Barbara (siehe Info) spielt und den Saarländern aus dem Musical „ The Addams Family“ im Merziger Zeltpalast oder dem Saar-Tatort bekannt sein dürfte. Sie ist 1,82 Meter groß und spielt nach eigenen Angaben „eine Frau, die sehr konservativ lebt“. Von daher passe das Museum perfekt als Drehort. Auch Grummel meinte sofort, als er es sah: „Das ist es!“

 

Warum aber dreht ein Team aus Filmstudenten der Hochschule Offenburg ausgerechnet im Saarland? Grummel kennt den saarländischen Weg: „Hier ist vieles viel einfacher.“ Damit meint er in erster Linie die kurzen Wege, die Hilfsbereitschaft und die Vernetzung. Die Unterstützung der Gemeinde Freisen sei sehr unkompliziert, auch an Edda Petri sei er über „jemanden, der jemanden kennt“ herangekommen. Ähnlich einfach gestalte sich die Zusammenarbeit mit Claudia Kuhn, Ballettlehrerin aus Saarlouis, die die Choreografie für die Tanz-Szenen entworfen hat.

 

Damit muss sich in erster Linie Sandra Marina Müller, die Ina spielt, auseinandersetzen. Sie sagt von sich selbst: „Ich bin keine Ballett-Tänzerin“, über Tanz-Erfahrung verfüge sie aber schon. Der Ehrgeiz hat sie gepackt, wie sie im SZ-Gespräch erzählt: „Ich werde keinen Spitzentanz hinkriegen, aber mit meinem Oberkörper will ich tänzerisch überzeugen.“

 

Wie sehr sie überzeugt, das soll auf kommenden Festivals präsentiert werden. Bis 1. Januar 2017 soll der 35- bis 40-minütige Film fertig sein. Dann beginne die Bewerbungsphase. Neben dem Erfolg bei Kritikern und Publikum hoffen Grummel und sein Team auch auf eine positive Bewertung. Denn der Film ist ein Projekt als Teil der Ausbildung an der Hochschule – und wird benotet.

 

Zum Thema:

 

Auf einen Blick Zur Film-Crew, die Reitscheid besuchte, gehören: Sascha Schmidt (Regieassistenz und Aufnahmeleitung), Nicolette Pustelnik (Kamera), Julius Heck (Kamera), Adriano Lupo (Kostüm und Requisite), Max Grummel (Regie und Drehbuch) sowie die drei Schauspieler Edda Petri, Sandra Marina Müller und Benjamin Kelm. Inhalt: „Gleichgewicht“ erzählt die Geschichte der Ballett-Tänzerin Ina Wolkow (Sandra M. Müller), welche kurz vor der Aufnahmeprüfung an einer renommierten Schule steht und von ihrer Mutter Barbara (Edda Petri) tyrannisiert und unter Medikamente gesetzt wird. Der Apothekerlehrling Yannick Schuster (Benjamin Kelm) versucht Ina aus der Tyrannei ihrer Mutter zu befreien – ob ihm das gelingt, wird an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten. him  
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