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„Das sind Vollidioten“: Tödliche Hetzjagd von Motocross-Trio auf ein Reh erhitzt die Gemüter

Es war eine kleine Meldung im Landesteil der gestrigen  Ausgabe der Saarbrücker Zeitung, die bei vielen der Leser Empörung auslöste: Auf einer Wiese in der Nähe des Friesenhofs bei Lebach wurde ein Reh von drei Motocross-Fahrern zu Tode gehetzt. „Ich hoffe, die bekommen, was sie verdienen. Idioten“, meinte Monika H. auf der Facebook-Seite der Saarbrücker Zeitung. „Wie kann man nur so gefühllos sein?“, fragte nicht nur Carmen H. .

Immer wieder wurden die Täter in den Kommentaren als „Idioten“ und Schlimmeres bezeichnet; eine Meinung, der sich auch Thomas Kneip anschließen kann. Der ehemalige Motocross-Profi betreibt in Überherrn eine Motocross-Schule und bildet dort Fahrer aus. „Dass solche Leute Vollidioten sind, steht außer Frage. Jeden echten Crosser, der diese Meldung gelesen hat, macht das betroffen“, sagt Kneip. Denn wer Motocross als Sport betreibe, würde dies weder im Wald noch auf Feldern tun, sondern auf Motocross-Strecken wie etwa am Hoxberg.

„Diese Typen, die im Wald unterwegs sind, haben meistens irgendwelche alten Knatterkisten. Das hat mit Motocross nichts zu tun. Ich hoffe, dass man die drei schnell fassen wird“, sagt Kneip. Seiner Einschätzung nach müssen die Täter aus der näheren Umgebung stammen. „In die Tanks passt nicht viel Sprit. Die kommen maximal aus Schmelz“, sagt er.

Bei der Polizei in Lebach seien seit gestern etliche Hinweise eingegangen, erklärt ein Polizeisprecher. Dort arbeite man mit Hochdruck an dem Fall, der bis dato einzigartig sei.

Auch der zuständige Jagdpächter Wolfgang Kühn hat etwas Derartiges noch nicht erlebt. „Als die Polizei mich am Sonntag anrief und von einem Wildunfall sprach, sagte ich, das kann nicht sein. Das ist mitten auf einer Wiese“, erzählt Kühn. Als er dann wenig später vor Ort war, wurde er eines Besseren belehrt. „Um das tote Reh konnte man einen Kreis aus Reifenspuren erkennen. Das Tier wurde regelrecht zu Tode gehetzt“, sagt Kühn. Da sei er sich sicher, weil das Reh keinerlei Verletzungen hatte.

Gemeinsam mit dem Jagdpächter des Nachbarreviers, Günter Hoffmann, hat er 1000 Euro Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, ausgesetzt.

Hinweise an die Polizei in Lebach, Tel. (0 68 81) 50 50.

facebook.com/ saarbrueckerzeitung.sls

Meinung:

Warum diese feige Tat?

Von Marc Prams

Schon der Versuch, sich in die Lage der Täter zu versetzen, ist zum Scheitern verurteilt. Zumindest, wenn man über einen einigermaßen gesunden Menschenverstand verfügt. Was mag diese Leute dazu getrieben haben, ein wehrloses Tier so lange zu hetzen, bis es vor ihren Augen tot umfällt? Die Lust am perversen Vergnügen? Die Lust an der Tierquälerei? Und was mag nach der feigen Tat in ihnen vorgegangen sein? Vielleicht gibt es Antworten, wenn sie gefasst werden und ihre Tat verantworten müssen. Vielleicht werden sie auch vor Scham schweigen. Georg Büchner stellte einst die Frage: „Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?“ Eine Antwort erhielt er nicht.

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