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Das sind die neuen Pläne für Vierten Pavillon in Saarbrücken

Kuehn Malvezzi   gilt in Museums- und Kunstkreisen als mit das beste Büro, das zu haben ist. Sie sollen das Projekt Vierter Pavillon weiterführen (Archivbild).

Kuehn Malvezzi gilt in Museums- und Kunstkreisen als mit das beste Büro, das zu haben ist. Sie sollen das Projekt Vierter Pavillon weiterführen (Archivbild).

„Von A nach B, von B nach P“ – so lautet der Titel einer Ausstellung des Frankfurter Konzept- und Installations-Künstlers Michael Riedel. Den Namen wird man sich merken müssen. Denn das Berliner Architekturbüro Kuehn Malvezzi hat ihn für den Saarbrücker Museums-Umbau mit im Team. Und irgendwie passt der Riedel-Spruch zu dem, was gestern in der Modernen Galerie von einem der Berliner Büro-Chefs, von Wilfried Kuehn, zur Vollendung des Viertes Pavillons zu hören war. Die Botschaft: Das Projekt macht eine konzeptionelle Riesenumdrehung. Es geht nicht mehr nur um Bauen im Bestand oder um ein keckes Fassaden-Kleid, sondern um eine neuartige Museums-Areal-Gliederung.

Gestern hatte Kulturminister Ulrich Commerçon (SPD) zur medialen Vorstellungsrunde geladen, rund zehn Tage, nachdem der Name des in einem entsprechenden Vergabeverfahren ermittelten Büros bekannt geworden war.
Warum das so ist, es ließ sich gestern nachvollziehen. Wilfried Kuehn machte deutlich, dass man mit ihm nicht einfach so von A und B nach C spazieren wird – vom historischen Schönecker-Bau (1964-1979) und dem von Twoo-Architekten (Köln) entwickelten Neubau hinüber zu einer vermeintlich logischen Anschlussplanung. Nein, Kuehn wagt einen Sprung, indem er den Vierten Pavillon nicht mehr als den das gesamte Areal dominierenden Empfangsbau definiert, sondern als Anbau (!) an die Moderne Galerie. Letztere soll das Herzgebäude mit zentralem Eingang bleiben, von dem aus sich alle Gebäude, auch der Vierte Pavillon, erschließt. „So ist er nicht mehr der Pavillon vor den Pavillons“, sagt Kuehn. Er sieht die Höhe und Masse des angeblichen „Monster-Klotzes“ nicht als Handicap, sondern als einen die Andersartigkeit betonenden „Kontrapunkt“ und als „Gegengewicht“ zu den Schönecker-Pavillons: „Die Grundkonstellation ist gut.“ Kuehn legte dar, dass das gesamte Umfeld bis zur Musikhochschule neu gedacht wird („Wir werden einen neuen Raum aufspannen“).

Außerdem skizzierte er die Grundidee, für die sein Büro so hochgelobt wird: Kunst mit ihrer baulichen Hülle als visuelles Gesamterlebnis zu fassen, als Abfolge von Stationen, aus der Bewegung und Begegnung des Besuchers heraus. Zudem schilderte Kuehn ein Credo: Allerengste Zusammenarbeit mit den Museumsdirektoren, ohne Hängungs-Konzept auch kein Baukonzept. Wie das? In Saarbrücken gibt es den neuen Museumschef noch nicht. Was heißt: weiter warten auf Entwürfe und erst recht auf Baufortschritte. Denn die Berliner werden erst dann intensiv loslegen, wenn der oder die Neue an Bord ist. „Wir glauben ganz fest an dieses System“, so Wilfried Kuehn gegenüber der SZ. Aber vielleicht dauert das auch gar nicht mehr so lange? Der Minister sieht sich in Sachen Personal auf der Zielgeraden, er versprach, den neuen Vorstand „im Herbst“ vorzustellen. Keine Aussagen ließ sich Commerçon zum Eröffnungstermin oder zu neuen Budget-Planungen entlocken. Kuehn Malvezzi haben laut Ausschreibung einen Etat von 11,5 Millionen Euro, die Stiftung will das Limit von 29,4 Mio. Gesamtkosten einhalten. Doch die Umfeld-Gestaltung ist in dieser Kostenplanung nicht drin. Und nicht berechenbar sind die Hindernisse, die sich stadtplanerisch auftun könnten – wie einst.
 

Auf einen Blick
Das Büro wurde 2001 von Wilfried Kuehn, Simona Malvezzi und Johannes Kuehn gegründet. Wilfried Kuehn lehrt Ausstellungsdesign und kuratorische Praxis an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Referenz-Projekte:
Documenta 11, Kassel: Umbau der Binding Brauerei (2002).
Berlin: Hamburger Bahnhof/Friedrich Christian Flick Collection, 2004), Julia Stoschek Collection, Umbau Privatmuseum (Düsseldorf, 2007), Museum Berggruen, Berlin: Umbau; Neubau Verbindungsgang (2008-2013);  Liebighaus Frankfurt: Schaulager und Neuaufstellung der Skulpturensammlung (2006-2008), Städel Museum Frankfurt: Neupräsentation der Sammlung im Altbau, Einrichtung der Erstausstellung im Erweiterungsbau (2009-2011). ce
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